Projektberichte

 
   
>>>  Feldstädel als Sommerquartiere für Fledermäuse (Download 4 MB)  
   
>>> Fledermäuse im Bergwald (Download 133 KB)  
   
     
 

Das Angerlloch – ein Ort für den geruhsamen Winterschlaf oder Höhlendisko für schwärmende Fledermäuse?

 

„Zugehn tuts wie am Stachus!“ schrieb ein Besucher des Angerlloches bei Wallgau ins Höhlenbuch. Gemeint sind natürlich die im Sommer zahlreichen Höhlengeher. Im Winter ist das Angerlloch ganz für die Fledermäuse reserviert, eine Sperrung von Oktober bis Mai ermöglicht ihnen eine ungestörte Überwinterung. Das Angerlloch ist das individuenreichste bislang bekannte Winterquartier der bayerischen Alpen.

Da sich viele Fledermausarten in den Winterquartieren gerne in tiefen Felsspalten oder sogar im Boden-geröll verstecken, erprobt man seit einigen Jahren eine neue Kartier-methode: Dabei werden mit Hilfe von Lichtschranken im Eingangsbereich die Ein- und Ausflüge getrennt erfaßt und die Fledermäuse mit Fotofallen zur Artbestimmung fotografiert (mehr dazu http://www.chirotec.de). In Franken erwiesen sich dadurch einige kleinere Höhlen, in denen bislang nur wenige Tiere gezählt werden konnten, als wahre Massenquartiere! In Spalten überwinternde Arten wie Bechstein- und Fransenfledermaus konnten mit dieser Methode z. T. erstmals in den Winterquartieren nachgewiesen werden.
 

Karl Kugelschafter, der Erfinder dieser Technik, ermöglicht seit Ende Oktober 2010 das erste Projekt dieser Art in den bayerischen Alpen. Am Beispiel des Angerlloches soll das Überwinterungsverhalten der verschiedenen Fledermausarten bei unseren klimatischen Bedingungen erforscht werden:
Wird der Winterschlaf z. B. während Wärmephasen unterbrochen? Gibt es verschiedene Überwinterungsstrategien? Wieviele Tiere welcher Arten überwintern im Angerlloch? Nach Abschluß des Projektes im Mai nächsten Jahres hoffen wir, das Überwinterungsverhalten in unseren Höhlen besser verstehen zu können – auch im Hinblick auf den Schutz geeigneter Quartiere.

Höhlen werden jedoch nicht nur im Winter von Fledermäusen genutzt, sie dienen im Spätsommer auch als Treffpunkt für ein besonderes Sozialverhalten, das sog. „Schwärmen“. Im August/September diesen Jahres konnte dieses Phänomen auch mit stationären Fledermaus-Detektoren (Batcordern) am Angerlloch nachgewiesen werden. Welche Funktion diese Treffen haben, an denen oft eine große Zahl von Individuen verschiedener Arten beteiligt sind, ist noch nicht geklärt. Möglicherweise wird dabei das Wissen über traditionelle Überwinterungsquartiere an die Jungtiere weitergegeben oder das Verhalten steht in Zusammenhang mit der Paarung. Dass es also am Angerlloch „zugeht wie am Stachus“ könnte auch während der rush-hour der Fledermäuse zutreffen..

Hier gibt's die Ergebnisse des Projekts als pdf-Datei. (Größe: 4 MB)
 
Blitzerfalle
 
Fotogalerie der Geblitzten. (zum Vergrößern anklicken.)
 
 
 
                     
braunes Langohr   Grosses_Mausohr   Kleine_Hufeisennase   Kleine_Hufeisennase   Kleine_Hufeisennase   Kleine_Hufeisennase
Braunes Langohr   Großes Mausohr   Kl. Hufeisennase   Kl. Hufeisennase   Kl. Hufeisennase   Kl. Hufeisennase
Kleine_Hufeisennase   kletternde_Fledermaus   Mausohr   Mausohr   Wasserfledermaus   Wasserfledermaus
Kl. Hufeisennase   kletternde Fledermaus   Mausohr   Mausohr   Wasser-
fledermaus
  Wasser-
fledermaus
                 
Überraschungsgast    noch eine Maus