GESCHICHTE von Garmisch-Partenkirchen

 

(entnommen der Homepage der Kurverwaltung Garmisch-Partenkirchen)

Die uralte Geschichte unserer Heimat, einem der schönsten deutschen Alpentäler, reicht bis weit in die vorchristliche Zeit zurück. Erste Siedlungsanfänge sind in der jüngeren Steinzeit und der folgenden Bronzezeit, etwa 2000 v. Chr. nachweisbar, als infolge des wärmeren Klimas der Grundwasserspiegel sank und damit größere Landflächen für Viehzucht und Ackerbau nutzbar wurden. Eintausend Jahre später, in der Eisenzeit, kannte die aus illyrischen Stämmen bestehende Bevölkerung bereits die spätere Brenner-Scharnitz-Straße als Handelsweg zwischen Italien und dem Gebiet nördlich der Alpen. Die Namen der Straßensiedlungen, veneto-illyrischen Ursprungs, wie Wildidena (Wilten), Teriolis (Zirl), Scarbia bei Mittenwald und Parthanum (Partenkirchen) wurden später von den Römern übernommen. Nach 500 v. Chr. drangen gallische Kelten von Westen her in unseren Raum ein und vermischten sich mit den eingesessenen Weidebauern. Reste ihrer Sprache, z.B. die Flussnamen Isar, Loisach, Ammer und Inn sind bis heute erhalten.

Um 15 v.Chr. von den Römern unterworfen, gehörte unser Gebiet zu der römischen Provinz Raetien. Der durch den Markomannenkrieg, 166 - 180 n.Chr., notwendig gewordene Ausbau der Brennerstraße war 215 n.Chr. beendet. "Parthanum" (Parthana und Parasum) war damals eine Station an der Heerstraße Veldidena-Augusta Vendelicorum (Wilten bei Innsbruck nach Augsburg). Nach Verfall der römischen Herrschaft in Raetien, Ende des 5. Jahrhunderts, und der Einwanderung der Bajuwaren, Anfang des 6. Jahrhunderts, beginnt die eigentliche bayerische Geschichte.

Garmisch, aus dem bajuwarischen "Germarsgau" entstanden, wird bereits anno 803 als "Germareskovve" urkundlich erwähnt. Im Loisachknie, bei der alten Pfarrkirche, ist der älteste Ortsteil, und der Überlieferung nach soll hier auch der Sitz der Gaugrafen gewesen sein. Anno 1180 erbaute Herzog Otto von Wittelsbach, der Erstürmer der Veroneser Klause (1155), die Feste Werdenfels. Ein Jahrhundert später kam Garmisch durch Kauf des Bischofs Konrad I. von dem Ritter Swiker von Mindelberg, zusammen mit den Orten Mittenwald und Partenkirchen (früher den Grafen von Eschenlohe gehörige Grafschaft Werdenfels) anno 1294 an das Hochstift Freising. Die heutige Ruine Werdenfels war Sitz der gleichnamigen Grafen, dann der bischöflichen Pfleger und ist bekannt durch den großen Hexenprozess von 1590.

Partenkirchen, seit der Römerzeit urkundlich verschollen, erscheint erst wieder 1145 als "Barthinkirchen" in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Wessobrunn, um welche Zeit hier auch ein Ortsadel beurkundet wird. Im Freising'schen Urbar von 1305 erscheint Partenkirchen bereits als Markt (Forum Partenchirichen). Marktrechtbestätigung anno 1361. 1176 fand hier die historische Begegnung zwischen Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen statt, welche durch die trotzige Weigerung des Welfen, den Kaiser auf seinem lombardischen Zuge Folge zu leisten, zur Absetzung und Ächtung Heinrichs führte.

Das Aufblühen beider Orte begann jedoch erst im Hochmittelalter, als das Erzstift Freising mit der Grafschaft Werdenfels (bis 1802) die Nordzugänge zur Scharnitz-Brenner-Straße beherrschte, damals eine Welthandelsstraße. Den Zügen der deutschen Kaiser nach Rom folgten die der Kaufleute und Handelsherren. Es war die Zeit der Fugger und Welser, womit für unser Tal die Zeit des "goldnen Landls" begann.

Hauptrottstätte des Werdenfelser Landes war Partenkirchen mit einem Wollstadel seit 1381. Garmisch, 1455 zum Markt erhoben, nahm ebenfalls am Rottverkehr teil, fand daneben aber auch seinen Erwerb durch den Floßverkehr auf der Loisach, d.h. durch den Abtransport von Holz, Kalk, Kreide und Gips.

Der 30-jährige Krieg unterbrach jäh die Entwicklung, der Welthandel suchte sich andere Wege, unser Tal verödete und verarmte. Fleiß und Zähigkeit seiner Bewohner ist die Geschichte von fast 200 Jahren. Anfang des 18. Jahrhunderts war es der spanische und zehn Jahre später der österreichische Erbfolgekrieg, unter dem unsere Heimat zu leiden hatte und um 1800 wiederum die napoleonischen Kriege.

Am 26. November 1802 wurde "reichsunmittelbar erzbischöfliche Freising'sche Grafschaft Werdenfels" Bayern einverleibt. 5175 Werdenfelser wurden Bayern, wovon ein Sechstel außerhalb des Landes ihr Brot verdienen musste. Vorbei war längst die Zeit des goldnen Landls, geblieben war nur die unvergleichliche Schönheit unserer Heimat. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts waren es Studenten und Maler der Romantikerzeit, die als eine der ersten Kunde von der Schönheit unseres Tales in die Städte brachten und somit zu Pionieren des Fremdenverkehrs wurden.

Durch die Eröffnung der Bahnlinie von Murnau 1899 und der von Innsbruck 1912, erhielten beide Orte einen starken Aufschwung. 1935 erfolgte der Zusammenschluss beider Gemeinden zu Garmisch-Partenkirchen, dessen Name heute in aller Welt zu einem Begriff geworden ist.