Werdenfels-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen - 1950-2003 - Entwicklung und Bewährung

 


1982/83 - 1019 Schüler – Dr. Klaus Ries, Monika Leisner-Fruth, Barbara Rauch

Der Nachfolger von Dr. Richard Kopp, Dr. Klaus Ries, kam gleichfalls aus dOStD Dr. Klaus Riesem Ausland – „auf weltkundige Pädagogen scheint das Werdenfels-Gym­nasium einen besonderen Reiz auszuüben“, meinte der Bericht­erstatter des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts.[1] Dr. Klaus Ries hatte nach dem Stu­dium der Germanistik und der alten Sprachen Erfahrungen gesammelt als Lektor an der indischen Universität Baroda, in Argentinien  über­nahm er dann die Zweigstelle des Goethe-Instituts von Cordoba und in der venezo­lanischen Hauptstadt Caracas leitete er schließlich von 1976 bis 1982 das „Collegio Humboldt“. Spanisch war ihm zu seiner zweiten Muttersprache geworden. Garmisch-Partenkirchen pries er schon nach wenigen Tagen als einzigartige „Kombination von der erlebbaren Welt eines kleinen Ortes und sprichwörtlicher Weltoffenheit“, die er als Münchner brauche.[2] Von der Aus­landsschule brachte er auch die Erfahrung mit, „dass Schule nicht nur Ort des Lernens ist, sondern darüber hinaus Begegnungszentrum, Lebens­gemeinschaft.“[3]

Vielleicht war es ja der Einfluss des weit gereisten, international erfahrenen Schulleiters, der auch bei den Schülerinnen und Schülern die Lust auf mehr Ausland keimen ließ. Jedenfalls fällt auf, dass mehr Klassen ins Ausland reisten als je zuvor: nach Chamonix fuhren die 7. Klassen, nach Paris die 11., in Verona studierte der LK Geschichte Römisch-Antikes, der Russisch-Kurs erprobte seine Sprachkenntnisse erstmals in Moskau.

Der Blick über die Grenzen, auch der über die Grenzen des eigenen Wis­sens von Schülern und Lehrern, sollte jetzt zusätzlich mit Hilfe des Compu­ters möglich gemacht werden. Dafür setzten sich Schulleitung und Eltern­beirat zäh und erfolgreich ein. Zusammen mit dem Münchner Luitpold-Gymnasium und dem Gymnasium Erding wurde das Werdenfels-Gymna­sium von der Computerfirma „Apple“ als Versuchsschule für den Einsatz von Computern ausgewählt. Sowohl im Unterricht wie auch in der Schul­verwaltung sollte überprüft werden, was die „Maschine“ alles kann. Staat, Land­kreis und Elternbeirat teilten sich die 14500.- DM für die sechs 64-Kilobyte-Rechner Apple-II-e. Dr. Horst Jäger vom Elternbeirat: „Unsere Schüler wer­den wohl immer wieder irgendwie mit Computern in Berührung kommen. Und dann ist es nur von Vorteil, wenn sie zumindest Grundkenntnisse be­sitzen.“[4] Und das Interesse war groß – mehr als hundert Schüler der 10. bis 13. Klassen nahmen an den fünf Wahlkursen für Basic und Pascal teil.

Auf ganz einfachen Holzbrettern dagegen inszenierte Regisseur Gerd Henzler mit der Theatergruppe des WG in der Aula Ödön von Horvaths Stück „Kasimir und Karoline“ – das von der Schwierigkeit zu lieben er­zählt und die unlösbare Verknüpfung von privatem Leben und der konkreten wirtschaftlichen Lage vor Augen führt. In der Schlussfeier des Schuljah­res 1982/83 wurde das Jubiläumsjahr 1983 mit Werken von Richard Wag­ner (1883), Johannes Brahms (1833), Henry Purcell, Dietrich Buxtehude und Daniel Caspar von Lohenstein (1683), Girolamo Frescobaldi (1583) und Martin Luther (1483) in einen musikalisch-literarischen Zusammenhang ge­stellt.


[1] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 18.09.1982

[2] ebd.

[3] Jahresbericht 1882/83 S. 3

[4] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 25.06.1983


 

© Alois Schwarzmüller 2006

 

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