Die Kreisleiter der NSDAP in Garmisch-Partenkirchen
 – „Politische Frontoffiziere der Bewegung“

 

 

 

 

Johann Hausböck - „Wir siegen, weil Gott es will!“

 

Als „Gauredner“ mit Hitlers Wehrmacht in Österreich

Der Einmarsch der Wehrmacht in Österreich Mitte März 1938 sah Hausböck schon wieder in einer „historischen Stunde“: Ihn schickte man als einen der ersten grenznahen „politischen Leiter“ der NSDAP nach Innsbruck. Sein rhetorisches Talent wurde dort und weiter dann in Graz gebraucht, um in Tirol und in der Steiermark auch die Teile der Bevölkerung von den Vorzügen des Nationalsozialis­mus zu überreden, die davon noch nicht überzeugt waren.[1] Nach dem „Anschluss“ ließ Hitler im April 1938 über seine Politik abstimmen. Hausböck trat auch bei dieser Gelegenheit wieder als Redner auf. Im Olympia-Festsaal sprach er von „Sturmangriff“ und „Kampf“ und davon, dass mit dem Ergebnis dieser Abstimmung „ein neues Jahrtausend einer glorreichen Geschichte“ anbrechen werde.[2] Die „Reichstagswahl“ brachte „100 Prozent für Adolf Hitler und sein Werk“. Stimmberechtigt waren im Kreis Garmisch-Partenkirchen 25720 Personen, genau 25720 Stimmen wurden abgegeben; 25719 stimmten mit Ja, 1 Stimmzettel war ungültig, keine einzige Nein-Stimme.[3] Hausböck war stolz auf seinen Kreis.

   

 

NS-Kreisleiter Johann Hausböck (2. von rechts) als Propagandaredner in der Steiermark nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Österreich im März 1938 - Foto: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 19.03.1938)

 

NS-Kreistag 1938 in Weilheim: Von links nach rechts NS-Kreisleiter Hausböck (Garmisch-Partenkirchen, NS-Kreisleiter Dennerl (Weilheim), Stellv. Gauleiter Nippold und Gauleiter Wagner - Foto: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 13.06.1938

 

 

Gauleiter Adolf Wagner (links) mit HJ-Gebietsführer Emil Klein (mitte) und NS-Kreisleiter Johann Hausböck (rechts) in Mittenwald - Foto: Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, 25.10.1938

 

 

Nach Österreich wandte sich Hitler der Tschechoslowakei und dem Sudetenland zu. Im September 1938 wurde die Tschechoslowakei im Münchner Abkommen mit England, Frankreich, Italien und dem Deutschen Reich genötigt, die Sudetengebiete zu räumen, die zeitgleich von deutschen Truppen be­setzt wurden. Das Garmischer Gebirgs-Artillerieregiment I/79 hatte nicht nur am Einmarsch in Öster­reich teilgenommen, sondern im Oktober 1938 auch an der Besetzung des Sudetenlandes. Bei der Rückkehr am 23. Oktober schwadronierte NS-Kreisleiter Hans Hausböck bei der Begrüßung von Re­gimentskommandeur Oberst Karl Wintergerst von den "siegreichen Soldaten des deutschen Volkes, die mit dem 29. September 1938 den Weltkrieg siegreich beendet haben." Wintergerst erwiderte gleichfalls blind, gläubig und gehorsam: "Wir waren zum letzten Einsatz bereit. Durch die Weisheit und die staatsmännische Kunst Adolf Hitlers ist uns der Krieg und eine blutige Auseinandersetzung erspart geblieben."[4] Kreisleiter und Oberst im Bann des Diktators, ihre Worte im Dienst des Krieges.

 

[1] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 15.03.1938

[2] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 11.04.1938

[3] ebd. „Das Ja des Werdenfelser Landes“

[4] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 24.10.1938

 

© Alois Schwarzmüller 2012

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