Die Kreisleiter der NSDAP in Garmisch-Partenkirchen
 – „Politische Frontoffiziere der Bewegung“

 

 

 

 

Hans Hartmann - „Aufopfernde Tätigkeit im Dienst der Bewegung“

 

30.11.1935 - Josef Zwerger, geb. 1908, Bautechniker beim Kasernenbau in Garmisch. Gegen ihn er­wirkte Hartmann am 30. November 1935 beim Bezirksamt Garmisch einen Schutzhaftbefehl – „wegen Verächtlichmachung der NSDAP.“ Zwerger habe sich in abfälligster Weise gegen die Partei ausgelassen. Weiter heißt es im Schutzhaftbefehl: „Um der Erregung in der Arbeiter­schaft beim Kasernenbau vorzubeugen, ersuche ich das Bezirksamt, Herrn Josef Zwerger wegen Ver­ächtlichma­chung der Bewegung und zu seinem persönlichen Schutz in Schutzhaft nehmen zu lassen.“[1]

Im Spruchkammerverfahren gegen Hans Hartmann 1948 im Lager Regensburg sagte Josef Zwerger aus, dass er „auf Befehl und Veranlassung des ehemaligen Kreisleiters Hans Hartmann am 30.11.1935 verhaftet“ worden sei, „ohne Rücksicht auf meine im Bett liegende kranke Frau und mein schwer krank darniederliegendes Kind.“ Vorausgegangen sei ein „Zusammenstoß mit dem Pg. Kreis­walter Röhrl der DAF an der Kasernenbaustelle.“ Er habe Röhrl zu verstehen gab, „dass es unsere Arbeiter nicht gerne sehen, wenn er täglich im Auto und in Uniform erscheine und dabei politischen Druck ausübe.“ Hartmann habe ihn „ohne Verhör einfach verhaften lassen, was ein Beweis seiner Brutalität sein dürfte.“ Proteste der ca. 100 Mann starken Stammbelegschaft hätten Hartmann ge­zwungen, die Haft nach vier Tagen aufzuheben, „jedoch der politische Druck auf meine Person be­gann nun erst.“ 1942 habe man ihn „ganz plötzlich zum Heeresdienst einberufen“, obwohl er als Ge­schäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Hochland an einer wichtigen Rüstungsbau­stelle eingesetzt gewesen sei. Während seine 16 Kameraden dem Pi.Batl. 97 zugeteilt worden seien, „hat man mich als Familienvater mit 5 Kindern dem Strafbataillon z.b.V. 560 überwiesen.“ Oberstleut­nant Otte, der damalige Führer dieses Todeskommandos, habe ihm wörtlich erklärt: „Sie sind hier, weil Sie in Gar­misch einen guten Freund als Kreisleiter haben.“[2]

 

[1] StA München Spruchkammern – Karton 629 Hans Hartmann

[2] StA München Spruchkammern – Karton 629 Hans Hartmann – NS-Kreisleiter war zu diesem Zeitpunkt Jakob Scheck, 1. Bürgermeister des Marktes Garmisch-Partenkirchen, Hartmann wurde 1937 seines Amtes enthoben.

 

© Alois Schwarzmüller 2012

Zurück zur Startseite