Die Kreisleiter der NSDAP in Garmisch-Partenkirchen
 – „Politische Frontoffiziere der Bewegung“

 

 

 

 

Hans Hartmann - „Aufopfernde Tätigkeit im Dienst der Bewegung“

 

01.06.1934 - Anton Zerhoch, geb. 1890, Geschäftsführer des elterlichen Sägewerks an der Ober­mühle in Par­tenkirchen, vor 1933 Mitglied der BVP und Führer der „Bayernwacht“. Er wurde im Juni 1934 in Schutzhaft genommen, weil er nicht „auf dem Boden der Regierung steht.“ Hintergrund war der Vorwurf der „staatsfeindlichen Betätigung“ in Österreich, die „in der österreichischen SA in Mitten­wald Beunruhigung hervorgerufen“ habe. Hartmann hielt deshalb „Schutzhaft auch zum eignen Schutz des Zerhoch für notwendig.“ Zerhoch setzte sich gegen die Be­schuldigungen zur Wehr. Zunächst erfolglos - Bezirksamtmann Dr. Fux beantragte am 11. Juni 1934 sogar seine „Unterbringung in Dachau.“ Die Bayerische Politische Polizei machte aber in seinem Fall zur Bedingung, dass „die abfäl­ligen Äußerungen im Wortlaut durch Zeugen einwandfrei festgestellt“ würden. Hartmann verwies am 18. Juni darauf, dass es nicht möglich sei, „diese Zeugen ohne Vorbe­reitung unauffällig über die Grenze zu bringen.“ Außerdem sollten die Zeugenaussagen nicht so ver­wendet werden dürfen, „dass diese Leute in Tirol wegen nationalsozialistischer Gesinnung Schwierig­keiten bekommen.“ Und die Gendarmeriestation Mittenwald ließ einen Tag später wissen, dass „die betreffenden Zeugen den Beschluss gefasst haben, gegen Zerhoch nicht aufzutreten, weil die Be­fürchtung bestehe, dass sie im Falle einer Zeugenaussage ihrerseits einen finanziellen Schaden erlei­den, da Zerhoch weitere Holz­aufkäufe nicht mehr tätigen werde.“ Am 4. Juli 1934 erreichte Zerhochs Rechtsanwalt Hanns Stock, München, die Entlassung seines Mandanten aus der Schutzhaft.[1] Ohne einen Namen auszusprechen, benützte Hartmann in öffentlicher Rede den Fall Zerhoch, um noch einmal damit zu drohen, was jenen geschehe, die „außerhalb der deutschen Reichsgrenzen das Maul aufreißen und über unsere Regierung schimpfen.“ Er halte „solche Männer“ für Hochverräter und werde sie auch als solche behandeln.[2]

 

[1] StA München LRA 199045 Schutzhaft / Zerhoch

[2] Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 29.06.1934 – „Gegen das Schanddiktat von Versailles“

 

© Alois Schwarzmüller 2012

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