April 1945 - Die Todesmärsche nach Mittenwald

 

 

Heimatkunde - Die letzten Kriegstage 1945 in Mittenwald

"... Am Sonntag, dem 29. April war Erstkommunion der Kinder in wirklich gedrückter Stimmung. Im Laufe des Nachmittags wurden einige tausend KZ-Häftlinge durch den Ort in Richtung Seefeld getrie­ben. Ein Panzer-Flakzug fuhr in den Bahnhof ein und konnte nicht mehr weiter, denn im Norden war schon der Feind und im Süden waren die Gleise aufgerissen...

Am 30. April, früh zwischen 3 und 4 Uhr, drangen die ersten KZ-Häftlinge in den Ort ein, von Schar­nitz kommend. Sie wurden in der Turnhalle gesammelt und es wurde für sie an mehreren Stellen Kaffee gekocht. Am gleichen Vormittag wurden von der Grenze bei Scharnitz bis Mittenwald ca. 2000 KZ-Häftlinge gesammelt und zur Jägerkaserne getrieben. Es war dies ein Trauermarsch von halbver­hungerten und halberfrorenen Menschen...

Die Kasernen wurden als Ausländerlager verwendet. Etwa 2500 Ausländer aus 16 Nationen hausten dort in primitiver Weise bis zum 15. Januar 1951. Nach der Räumung des Lagers wurden die Kaser­nen für die Stationierung amerikanischer Truppen (darunter viele Neger) neu instandgesetzt, doch dauerte deren Anwesenheit nicht lange..."
Aus: Heimatkundliche Sammlung der Grund- und Hauptschulen für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen - Bd.1, S.40

 

 

© Alois Schwarzmüller 2006

 

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