Olympische Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen 1936 - "Der Geist des neuen Deutschland"

 

 

Öffentlicher Abendvortrag anlässlich der 45. Jahrestagung

des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung –

„Sport als städtisches Ereignis“

 Garmisch-Partenkirchen - 10. November 2006

 

 

 „Das Museum dient als Bühne der Geschichte.“

8. Die Konzeption der Mainzer Forschungsgruppe Olympia für ein Olympisches Wintersportmuseum in Garmisch-Partenkirchen

 

Wie man eine ganzheitliche Darstellung für die Olympische Ära von Garmisch-Partenkirchen anlegen könnte, das hat vor etwa acht Jah­ren die "Forschungsgruppe Olympia" unter der Leitung von Professor Norbert Müller in einem ausführlichen Exposé unter dem Titel „Olympi­sches Sportmuseum in Garmisch-Partenkirchen“ vorgestellt.

 

 

Grundrissplan für ein Olympiamuseum in Garmisch-Partenkirchen - Bauamt der Marktgemeinde - 1997

 

 

Ich möchte Sie jetzt zum Schluss meines Vortrages mit dem Inhalt dieser Studie kurz bekannt machen.

1. Ausgangspunkt sind die Aufgaben eines Olympischen Wintersport­museums in Garmisch-Partenkirchen

Das Konzept geht davon aus, dass dieses Museum die Geschichte der Olympischen Winterspiele 1936 im Rahmen des Wintersports im Wer­denfelser Land darzustellen hat.

Dabei kommt es den Verfassern darauf an, die Garmisch-Partenkirch­ner Spiele nicht nur als eine Nebenerscheinung der vor allem im Ausland viel bekannteren Sommerspiele in Berlin zu zeigen, sondern sie aus dem Schatten von Berlin herauszuholen. Und sie betonen weiter, dass es „selbstverständlich“ sei, „dieses Kapitel gerade unter dem Aspekt des Dritten Reiches kritisch zu hinterfragen. Die mitunter kritische Auffassung von Teilen der katholischen Bevölkerung des Werdenfelser Landes sollte dabei genauso zur Sprache kommen wie die Beschlagnahme der „Judenhäuser“ für Zwecke des Organisations­komitees.“

2. Die Ausstellungskonzeption

Das Museum sollte eine Mischung aus einem interaktiven Erlebnis- und einem historischen Dokumentationsraum werden. Anspruchsvoll formuliert: Es soll dem Erlebnispark-Touristen und dem kritischen Studienrat mit seiner Klasse genügen. Das Skistadion sollte als histo­rische Primärquelle einbezogen werden.

Für das gesamte Museum sind vier Ausstellungsbereiche vorgesehen, „die untereinander inhaltlich verbunden“, aber „räumlich und innenar­chitektonisch voneinander getrennt werden.“

Die Präsentation von Planung, Organisation und Durchführung 1936 und die Vorbereitung 1940 bildet einen Schwerpunkt. Ein eigener Bereich zeigt die Spiele vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus. Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit der Geschichte der Olympi­schen Winterspiele, dazu werden die traditionellen Wintersportarten dokumentiert. Ein drittes Kapitel ist der lokalen und regionalen Tradition des Win­tersports und ihrer Verdienste für den Wintersport insgesamt gewid­met. Schließlich soll ein Olympischer Wanderweg als Rundweg durch das Skistadion führen, ein zweiter Weg soll die weiteren Olympiabau­werke wie Eisstadion und Bobbahn integrieren.

Vieles, davon waren die Verfasser überzeugt, könnte in Zusammen­arbeit mit dem Olympiastützpunkt geschehen. In Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium sollte das Thema „Nationalsozialismus und Winterspiele von 1936 und 1940“ als Exkursionsempfehlung in den Lehrplan aufgenommen werden

Wechselausstellungen, Vortragsreihen und Aktionstage sollen das Mu­seum lebendig halten.

3. Die Historische Bedeutung der Winterspiele in Gar­misch-Partenkirchen 1936 und 1940

Sie wird in diesem Konzept beson­ders betont. So heißt es: „In allen wissenschaftlichen Beschäftigun­gen zu den Winterspielen 1936 ist es ein Anliegen, neben der Dar­stellung des Verlaufs der Wettkämpfe auch den Bezug zu den politi­schen Gegebenheiten der damaligen Zeit herzustellen. Das Olympi­sche Wintersportmuseum in Garmisch-Partenkirchen muss sich des­halb der Aufgabe stellen, neben der Dokumentation der Winterspiele von 1936 auch dieses sensible Thema anzusprechen.“

Ich habe die Gelegenheit gerne wahrgenommen, dieses Konzept der Forschungsgruppe Olympia vom Fachbereich Sport der Universität Mainz – naturgemäß sehr komprimiert - vorzustellen. Ich habe das getan in der Hoffnung, dass es doch noch realisiert werden kann - vielleicht in Verbindung mit der Alpinen Skiweltmeisterschaft im Jahre 2011 in Garmisch-Partenkirchen.

 

 

© Alois Schwarzmüller 2006

 

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