1936 - Anmerkungen zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen

 

 

 

 

"Keine wirklich günstigen finanziellen Ergebnisse" - Die Kosten der Spiele

Die folgenden Quellen erlauben einen - keineswegs umfassenden - Blick in die Finanzierung der Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen:

7. Oktober 1933

In der Sitzung des Finanzausschusses im Organisationskomitee erinnerte Schatzmeister Friedrich Döhlemann an die Beschlüsse der Gemeinden Garmisch und Partenkirchen im Jahre 1932, die Finanzierung der Sportanlagen mit mehr als 500.000.- RM. zu unterstützen.

5. November 1933

Ein Jahr später schien diese Summe eine mehr als drückende Last für die kleinen Gemeinden. Staatssekretär Pfundtner erlaubte sich deshalb bei einem Gespräch mit Generalsekretär Le Fort auf den dauerhaften Nutzen der Sportanlagen für die zwei Wintersportgemeinden hinzuweisen. Man einigt sich auf einen Zuschuss der beiden Gemeinden von je 100.000.- RM. Die Sportanlagen sollten nach dem Spielen den Gemeinden "zufallen."

25. November 1933

Die erste Kostenschätzung des Organisationsausschusses, an der Ritter von Halt, Staatsminister Esser, Staatsekretär Dr. Pfundtner, Reichssportführer von Tschammer und Osten, Dr. Lewald und Bankdirektor Döhlemann beteiligt ware, kam zu dem Ergebnis, dass von etwa 1 Million Reichsmark in Ausgaben und Einnahmen auszugehen sei.

7. April 1934

Die Kostenschätzungen für das notwendig gewordene Kunsteisstadion lagen zwischen 300.000.- und 500.000.- RM.

16. Juli 1934

Im Finanzausschuss des Organisationskomitees kam der Beschluss zur Sprache, in dem der Garmischer Gemeinderat Generalsekretär Le Fort das Misstrauen ausgesprochen hatte. Le Fort hatte für das Eisstadion mit einem Platz auf Partenkirchner Flur gedroht. Reichssportführer von Tschammer und Osten verlangte von Bürgermeister Thomma die sofortige Rücknahme dieses Beschlusses.

17. April 1936

Der Schlussbericht über die finanziellen Aufwendungen für die Winterspiele kam zu folgendem Ergebnis: Die Ausgaben in Höhe von ca. 2,6 Millionen RM waren um 200.000.- RM höher als die Einnahmen in Höhe von ca. 2,4 Millionen RM. Im "Hinblick auf die hohen idealen Ziele" und die unbestreitbaren sportlichen, organisatorischen und propagandistischen Erfolge der Winterspiele waren die Verantwortlichen mit diesem Ergebnis zufrieden.

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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