1940 - Anmerkungen zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen

 

 

 

 

11. Juli 1939
Der Inspekteur der Sicherheitspolizei München
an den Regierungspräsidenten von München-Oberbayern
SS-Oberführer Gareis

Betr.: Olympische Winterspiele 1940 in Garmisch-Partenkirchen.

"Der Chef der Sicherheitspolizei hat mich mit der auf dem Gebiete der Sicherheitspolizei zu treffenden Maßnahmen für die olympischen Winterspiele 1940 in Garmisch-Parten­kirchen beauftragt. Die gesamten organisatorischen Vorbereitungen wie Unterbringung, Stärke und Dauer des Einsatzes usw. werden deshalb von mir einheitlich ge­troffen.

Als Verbindungsführer zur dortigen Dienststelle habe ich den SS-Sturmbannführer Hennicke, Führer des SD-Unterabschnitts München-Oberbayern, beauftragt. SS-Sturmbannführer Hennicke hat von mir den Befehl, sich in allen sicherheitspolizeilichen Fragen mit der Regierung von Oberbayern in Verbindung zu setzen.

Sicherheitspolizei fordert 40 Arbeitsräume in einem Haus und 20 Räume in einem oder zwei Häusern!"

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61961

 

29. Juli 1939
Landrat Dr. Wiesend an die Kriminalpolizeileitstelle München

Vollzug der Reichsmeldeordnung

„… dass zur Errichtung der zahllosen Großbauten, die bis zu Beginn der Olympischen Winterspiele 1940 fertig gestellt sein müssen, große Arbeitermassen in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung (Klais, Mittenwald, Farchant, Oberau, Eschenlohe, Ohlstadt) zusammengezogen wurden; 3500 Mann sind bereits an Ort und Stelle, weiter 4000 Mann sollen noch folgen. Die Arbeiter setzen sich aus Reichsdeutschen, Jugoslawen, Tschechen und Angehörigen des Protektoratsgebietes zusammen und sind zum größten Teil in Barackenlagern, zum Teil in Privatquartieren untergebracht.

Garmisch-Partenkirchen ist in diesem Sommer sehr stark von Fremden besucht. Eine Reihe von ausländischen Vertretern der verschiedenen Sportmannschaften der Nationen, Agenten, Reisebüro-Vertretern, Korrespondenten, Schlachtenbummlern ist bereits einge­troffen und werden in den nächsten Monaten zu erwarten sein.

Es ist notwendig, alle diese fremden Personen genau und rasch zu überprüfen und zu beobachten.“

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61958

 

15.08.1939
Deutsche Arbeitsfront München-Oberbayern an den Landrat Garmisch-Partenkirchen

„Verschiedentlich haben aus dem Protektorat stammende Arbeitskräfte, die bei der Durchführung zu den Baumaßnahmen für die Winterspiele 1940 eingesetzt sind, versucht, in Privatquartieren unterzukommen. Ich darf Ihnen dazu mitteilen, dass das auf höhere Weisung hin nicht möglich ist und die tschechischen Arbeiter grundsätzlich in Massenquartieren zusammengefasst werden müssen…“

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61964

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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