1940 - Anmerkungen zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen

 

 

 

 

Propagandaaufruf von Landrat Dr. Wiesend an die Bevölkerung von Garmisch-Partenkirchen am 7. Juli 1939

"Die V. Olympischen Winterspiele 1940 in Garmisch-Partenkirchen werden wieder einen Strom von Gästen aus Großdeutsch­land und aus dem Ausland nach Garmisch-Partenkir­chen und seine nähere und weitere Umgebung bringen. Außer von der Großartigkeit der Sportanlagen und den in diesen gezeigten Höchstleistun­gen hängt der Erfolg der Olympi­schen Winterspiele für Deutsch­land von dem Gesamteindruck ab, den namentlich der Ausländer im Werdenfelser Land von uns und unserem Verhalten gewinnt. Auf diesen Eindruck baut er sein Urteil über das ganze großdeutsche Reich auf. Vorbildliche Sauber­keit und Reinlichkeit in den Häusern und auf den Straßen, gute und preiswerte Küche und Unter­kunft, anständiges und entgegenkommendes Benehmen und gepflegte Gastlichkeit sollen ihm den hohen Kulturstand und Lebensstand des deutschen Volkes vor Augen führen. Eine reiche Beflaggung mit den Fahnen des dritten Reiches und mit Liebe ge­schmückte Bil­der des Führers in allen Dielen, Gemeinschaftsräumen und öffent­lichen Gastlokalitäten sollen dem Ausland den neu erwachten Nationalstolz des Deutschen zei­gen. In Eueren Gesprächen mit den Ausländern aber bringt überzeugend zum Ausdruck die unend­liche Liebe und den unerschütterlichen Glauben des deutschen Volkes an den Führer und an die Richtigkeit seiner Politik, Eueren felsenfesten Entschluss mit ihm zu marschieren wohin es auch sei; und weist sie energisch und mit Verachtung zurück alle die Lügen- und Gräuelmärchen des Auslands, die Euch vielleicht vorgehalten werden über Lebensmittelmangel, Kriegsstimmung, Uneinigkeit zwi­schen Führung und Volk und vieles andere mehr.

Wenn Ihr alle Euch so verhaltet, dann erweist Ihr unserem Volk und Vaterland und damit unseren Kindern den größten Dienst, weil Ihr den Frieden sichern helft.“

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61971

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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