1936 - Anmerkungen zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen

 

 

 

 

"Behandlung jüdischer Sportsleute in Deutschland" - Die Boykottbewegung

 

14.12.1933

Aus dem Vortrag von Dr. Theodor Lewald, Präsident des Deutschen Olympischen Komitees, bei Reichskanzler Hitler, Innenminister Frick, Propagandaminister Goebbels, Staatssekretär Pfundtner und Reichssportführer von Tschammer und Osten

„…Der Kanzler fragte mich, ob die Schwierigkeiten mit Amerika behoben seien. Ich bemerkte, dass, wenn die neueren Bestimmunen des Reichssportführers wegen der Trainingsmöglichkeiten für jüdische Sportler durchgeführt würden, ich keine Besorgnisse hege. Hieran knüpfte sich eine kurze Erörterung, die das Festhalten an der grundsätzlichen Auffassung nachdrücklich bestätigte…"

Bundesarchiv Potsdam - 70 Or 1 G 147

 

13.01.1934

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet-Latour, an Dr. Theodor Lewald

„… Glücklicherweise spielt hier (in Belgien), wie auch in Frankreich und Italien, die Judenfrage keine Rolle. Die öffentliche Meinung widersetzt sich zwar sehr einem sportlichen Ausschluss aus Gründen der Rassenfrage, da ein solcher nicht mit der inbezug auf Religion, Sprache oder politische Anschauung olympischen Neutralität in Einklang zu bringen wäre, aber wir haben keine aktiven Elemente. In anderen Ländern, besonders in Amerika und England, liegt die Sache anders…

Der am meisten verbreitete Einwand ist die Ungeschicklichkeit, … mit der die Dinge veröffentlicht sind. Die von Deutschland selbst ausgesandten Nachrichten waren dazu angetan zu beweisen, dass man durchaus nicht die Absicht hatte, das in Wien gegebene Versprechen, das seitdem nochmals bestätigt wurde, aufrichtig einzuhalten…

Man hat niemals etwas getan, um die Propaganda der Gegner zu konterkarieren… denn – verhehlen Sie es sich nicht – wenn die Engländer und Amerikaner nicht zu der Überzeugung gelangen können, dass den deutschen Athleten jüdischer Rasse nicht dieselben Erleichterungen für das Training wie den übrigen gewährt oder sie systematisch von den Klubs und Verbänden ausgeschlossen werden, werden sie nicht zu den Spielen kommen…"

Bundesarchiv Potsdam - 70 Or 1 G 147

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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