1936 - Anmerkungen zu den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen

 

 

 

 

Chronik der Bewerbung

 

Text 7

10.06.1931

Rechtsanwalt Karl Roesen, Partenkirchen, an Bezirksamtmann Carl von Merz

„Kilian ist zweifellos für Zweier- und Viererbob der derzeit beste Deutsche. Dafür sprechen die Ergebnisse und gewichtige persönliche Urteile… Merkwürdigerweise wird aber von einer gewissen finanzkräftigen Gruppe gegen ihn noch immer agitiert… Für die Orte Garmisch-Partenkirchen besteht zweifellos ein ganz außerordentliches Interesse daran, dass ein Mann aus Garmisch-Partenkirchen möglichst herausgestellt wird. Dieser Moment kann auch wesentlich werden für die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland, wenn diese nach Garmisch-Partenkirchen fallen. Man darf nicht übersehen, dass gerade durch sportliche Siege Ortsnamen gut eingeprägt werden.

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61935

 

Text 8

18.08.1931

Münchner Neueste Nachrichten Nr. 222

„Wo finden 1936 die Olympischen Winterspiele statt? Deutschland ist an der Reihe – Garmisch-Partenkirchen kommt in Betracht

Während zu Beginn dieses Sommers längere Zeit die Wahl der Olympiastadt 1936 – Berlin ging als Siegerin hervor – die Gemüter in Aufregung brachte, geriet die ebenso berechtigte Frage nach dem Ort der IV. Olympischen Winterspiele anscheinend in Vergessenheit… es handelt sich weniger um das leistungsmäßige Abschneiden der deutschen Vertreter, als die späteren wertvollen Auswirkungen einer derartigen bedeutungsvollen internationalen Veranstaltung auf die betreffenden Sportzweige innerhalb des eigenen Landes. Und nicht zuletzt dürften die Fremdenverkehrskreise aus wirtschaftlichen und propagandistischen Gründen an Olympischen Winterspielen ebenfalls interessiert sei…

Die Frage nach dem Ort dürfte nicht allzu schwierig sein, denn nur Oberhof und Garmisch-Partenkirchen treten in den engeren Wettbewerb. Dem oberbayerischen Doppelort muss unbedingt der Vorzug gegeben werden… gibt Garmisch-Partenkirchen mit über 12000 Fremdenbetten die Gewähr, Tausende … unterzubringen. Weiterhin bürgt die Nähe Münchens … für einen Massenbesuch, der in Anbetracht der gewaltigen Unkosten sehr notwendig ist….

… dass sämtliche Wettbewerbe im Werdenfelser Land einwandfrei abgewickelt werden können. Selbstverständlich wird sich der Bau von Tribünen nicht umgehen lassen. Bleibt lediglich die Wetter- und Temperaturfrage, für die jedoch nicht einmal der gewiegteste Veranstalter garantieren kann. Sogar das vielgerühmte Engadin versagte während der olympischen Tage… könnte man an die Durchführung einer Muster-Veranstaltung auf deutschem Boden denken, die ein würdige Einleitung des Olympiajahres 1936 bilden würde."

 

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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