Garmisch-Partenkirchen 1. Januar 1935
Die erzwungene Vereinigung

 

 

 

 

Quelle 26

04.01.1935

Rede von Landrat Dr. Wiesend anlässlich der 1. Gemeinderatssitzung

„Was während des liberal-demokratischen Systems mit seiner falsch verstandenen Selbstverwaltung eine völlige Unmöglichkeit war, das ist nun Tat und Wirklichkeit geworden: die Verschmelzung der beiden seit Jahrhunderten selbständig nebeneinander lebenden und arbeitenden Gemeinden Garmisch und Partenkirchen zu einer einzigen politischen Körperschaft des öffentlichen Rechts. Garmisch-Partenkirchen ist ja in Wirklichkeit für jeden Außenstehenden schon längst ein einheitlicher Begriff geworden als der Wintersportplatz Deutschlands, als der Kur- und Fremdenort mit Weltgeltung. Gerade deshalb bestimmte der Führer, dass Garmisch-Partenkirchen die Kampfbahn für die Winterolympiade 1936 sein soll. Hier in Garmisch-Partenkirchen soll dem Ausland gezeigt werden, was das nationalsozialistische Deutschland ist, hier soll der Welt gegenüber in eindeutiger Weise die innere Geschlossenheit, Kraft, Stärke und Größe des neuen Reiches, seine Gastfreundschaft und Friedensliebe, seine Organisation, Diszipliniertheit und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt werden. Garmisch-Partenkirchen wird so zur Ausstrahlung des nationalsozialistischen Willens überhaupt, wird gleichsam das verkörperte Programm des nationalsozialistischen Deutschlands. Das was der Nationalsozialismus hier aufzeigen will, ist das einheitliche deutsche Vaterland und es ist unmöglich, hier vor der Kritik der ganzen Welt noch ein Bild von Partikularismus und Kleinstaaterei zu bieten, wie es notgedrungenerweise in dem getrennten Marschieren der beiden großen Orte sich darstellen würde.

Der Redner appellierte sodann an die Kreise, die noch nörgelnd, missmutig oder in gekränktem Ehrgeiz abseits stehen und richtete an sie die Mahnung, ihr eigenes subjektives Wollen der großen Gemeinschaftsidee unterzuordnen.“

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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