Garmisch-Partenkirchen 1945-1949 - Die ersten Jahre nach Diktatur und Krieg

 

 

 

Landrat Dr. Emil Kessler (CSU) wurde von Juni 1946 bis 1950 Nachfolger von Hans Ritter (SPD). Im Anschluss war Kessler als Regierungsdirektor im bayerischen Kultusministerium tätig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1946 - Monats/Wochenberichte der Landräte Hans Ritter (bis Juni) und Dr. Emil Kessler (ab Juli)
an die Regierung von Oberbayern

 

Monatsberichte:

 

28.01.1946
Ernährungslage
"… Die Fürsorgelasten steigen von Monat zu Monat… erhebliche Geldaufwendungen für das Büro des Flüchtlingskommissars… in welcher Form die Kriegsbeiträge der Gemeinden weiter zu leisten sind, mit welchen Gewerbe- und Bürgersteueranteilen zu rechnen ist…

Die Einwohnerzahl ist in weiterem Ansteigen… Rückkehr von Kriegsgefangenen, wilder Zuzug von Flüchtlingen aus den Ostgebieten. Im letzten Monat ist die Bevölkerungszahl um etwa 1500 gestiegen… Die Ernährungslage ist gesichert, die Versorgung mit Wintervorräten (Kartoffeln) ist durchgeführt….

… der Ort Garmisch-Partenkirchen ist mit erholungsuchenden und sporttreibenden amerikanischen Truppen stark besetzt. In Garmisch-Partenkirchen befinden sich etwa 5000 Amerikaner, wodurch die Wohnungslage außerordentlich angespannt ist. Auf der anderen Seite profitieren gewisse Wirtschaftszweige von diesem Besuch, insbesondere hat das Schnitzhandwerk und das Gaststättengewerbe gute Einnahmen…

… Es haben bisher 3 Wahlversammlungen stattgefunden. Sie wurden veranstaltet von der Kommunistischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei und der Christl. Union. Referenten waren der Parteisekretär Stadler, der Innenminister Seifried und der Landwirtschaftsminister Baumgartner. Die kommunistische Versammlung war von etwa 300 Teilnehmern besucht, die sozialdemokratische von ca. 1000 und die der Christl. Union von etwa 700…

Die Stimmung in der Bevölkerung kann weiterhin als gut bezeichnet werden."

 

25.02.1946
Gefahren für die Gesundheit

"… Die Einwohnerzahl steigt weiter an. Die UNRRA hat neuerdings in Kohlgrub 2 Hotels zur Unterbringung von kranken Ausländern, meistens Polen, beschlagnahmt. In Krün wurde das Hotel „Zugspitze" und in Mittenwald das Alpenhotel Erdt für die Aufnahme deutscher Juden zur Verfügung gestellt…

Die Bevölkerung leidet unter dem Mangel an Gemüse und Zucker… Ansteigen der Erkrankungen an Diphterie und Krätze…

.. Die Belegung des Ortes mit sporttreibenden amerikanischen Truppen hat weiter zugenommen, so dass z. Zt. ein Betrieb herrscht, wie zu Zeiten der Internationalen Wintersportwochen…

… Oberstleutnant Heyl, der 6 Monate der Direktor der hiesigen Militärregierung war, ist vor drei Wochen in seine Heimat zurückgekehrt. Sein Nachfolger, Major Tracey, der unmittelbar aus Amerika gekommen ist, lässt wie sein Vorgänger der zivilen Verwaltung vollkommen freie Hand. Die Rücksprachen bei der Militärregierung haben gänzlich aufgehört. Der neue Herr zeigt reges Interesse für die Denazifizierung, die seit seinem Hiersein schärfer gehandhabt wird als bisher…"

 

27.03.1946
Erholungsgebiet für US-Soldaten
"… der Landkreis Garmisch-Partenkirchen nimmt insoweit eine Sonderstellung ein, als er zum Erholungszentrum für die US-Zone bestimmt worden ist….

… am 11.3.1946 ist der erste Sonderzug mit 453 sudetendeutschen Flüchtlingen eingetroffen. Es handelt sich in der Hauptsache um Frauen und Kinder, nur etwa 60 ältere Männer befanden sich unter den Transportteilnehmern. Landwirtschaftliche Arbeiter waren nicht darunter, was mit Rücksicht auf die Jahreszeit von den Kleinbauern außerordentlich bedauert wird. Die Unterbringung dieser Flüchtlinge ist in den Landgemeinden erfolgt, da der Ort Garmisch-Partenkirchen infolge sehr starker Belegung mit amerikanischen Truppen keinen Raum für Flüchtlinge mehr bietet, das gleiche gilt für die Orte Mittenwald, Oberammergau und Kohlgrub.

Es wäre dringend wünschenswert, wenn die Rückevakuierung der im hiesigen Landkreis noch in sehr großer Zahl anwesenden Evakuierten und Flüchtlinge aus Nord- bzw. Westdeutschland möglichst bald in die Wege geleitet werden könnte. Dies ist in erster Linie auch erforderlich mit Rücksicht auf die in den letzten Wochen sehr angespannt gewordene Lebensmittellage…

… seit etwa 2 Wochen ist die Versorgung mit Brotgetreide kritisch geworden…

… Zweifel bestehen noch über die Wahlberechtigung der Evakuierten…"

 

27.04.1946
Kreistagswahlen

"...weitere Sonderzüge mit sudetendeutschen Flüchtlingen… insgesamt bisher etwa 1700… Die Aufnahme ist deshalb besonders schwierig, weil die Militärregierung eine Anweisung an den Flüchtlingskommissar gegeben hat, den Ort Garmisch-Partenkirchen von Flüchtlingen freizuhalten, da dieser Ort als Erholungszentrum für die amerikanischen Truppen ausersehen sei. … nur solche Flüchtlinge aus dem Sudetenland in Garmisch-Partenkirchen aufgenommen werden, die hier dringend zu Spezialarbeiten benötigt werden. Da die Einwohnerzahl des Landkreises 1940 etwa 42000 betrug u und heute noch rd. 54100 Einwohner vorhanden sind, ist eine weitere Unterbringung von sudetendeutschen Flüchtlingen kaum möglich… Entlastung durch Rückevakuierung der Flüchtlinge aus Nord- und Westdeutschland mit dem nötigen Druck….

… außerordentlich starke Herabsetzung der Brotration… mit großer Sorge aufgenommen worden… 50%ige Herabsetzung für die arbeitende Bevölkerung eine kaum tragbare Belastung…

… Eisenbahnverkehr eine erfreuliche Besserung erfahren … An Sonn- und Feiertagen verkehrt wieder ein D-Zug München-Mittenwald und zurück… ein Schülerzug Garmisch-Partenkirchen-Mittenwald um 12.30 Uhr wieder eingelegt…

… größerer Einbruchsdiebstahl am 26.04.1946 in der Aule-Alm… seit Einmarsch der amerikanischen Truppen geschlossen, der Eigentümer ist wegen Nazitätigkeit im Internierungslager… eine 6köpfige Bande, Flüchtlinge aus Ostpreußen und Pommern… Amtsgerichtsgefängnis…

… Kreistagswahlen… Wahlversammlungen sämtlicher Parteien nicht besonders gut besucht… Die sehr hohen Steuern und die Herabsetzung der Brotration. Die einzige Industrie, Fremdenverkehr, wird auf Jahre brachgelegt sein…an eine Belebung des Fremdenverkehrs nicht zu denken ist, solange die amerikanischen Truppen das Kreisgebiet als Erholungszentrum ausersehen haben. Der augenblicklich zweifellos noch vorhandene Geldüberhang wird durch die hohen Steuern und durch die erwartete Währungsumstellung bald ins Gegenteil verwandelt sein, und man fragt sich, wovon die Einwohnerschaft dann ohne Fremdenverkehr ihren Lebensunterhalt bestreiten soll, zumal Landwirtschaft und andere Industrie im Landkreis nicht vorhanden ist.

Man wird m.E. daran denken müssen, irgendwelche Kleinindustrie an den Landkreis unterzubringen, um einer großen Arbeitslosigkeit auf diese Weise entgegenzuarbeiten. Räume könnten in absehbarer Zeit wohl verfügbar gemacht werden, sofern die vielen im Landkreis befindlichen Kasernen, die heute von der Besatzungsmacht als Internierungs- oder Flüchtlingslager verwendet werden, freigegeben werden. Es würde zu begrüßen sein, wenn die Landesplanungsbehörde sich einmal mit der Verlegung von Kleinindustrie in den hiesigen Landkreis befassen würde."

 

Mai 1946
Heizmaterial

Sicherheitszustand

"Diebstähle von Frühgemüse und Entwendung von Kleintieren (Kaninchen und Federvieh)… Die augenblickliche Versorgungslage begünstigt derartige Diebstähle… infolge der Aufhebung der Sperrstunde… es wird zu erwägen sein, ob nicht aus diesem Grunde die Wiedereinführung der Sperrstunde etwa in der Zeit von 12-3.30 Uhr bei der Militärregierung zu beantragen sein wird….

Ausländer und Evakuierte:

„Die Zahl der im Landkreis aufgenommenen sudetendeutschen Flüchtlinge hat … eine gewaltige Zunahme erfahren… jetzt rd. 4500 Flüchtlinge aus dem Sudetenland…Unterbringung stößt auf die größten Schwierigkeiten … Erholungszentrum für die amerikanische Armee … 30 Häuser zur Aufnahme von amerikanischen Familien in Anspruch genommen… Rückführung der Flüchtlinge aus der französischen und englischen Zone als glatter Fehlschlag… aus der franz. Zone 9 zurückgekehrt, während 1568 Personen aus dieser Zone im Landkreis wohnen… engl. Zone 1870 Personen im Landkreis .. 40 zurückgekehrt… dringend erforderlich, dass diese Freiwilligkeit in einen Zwang umgewandelt wird, da sonst eine Katastrophe eintritt…

Ernährung

…Die befürchtete weitere Herabsetzung der Brotration ist eingetreten… schwer tragbar, da der arbeitende Mensch mit der jetzigen Brotration kaum mehr auskommen kann…

Sonstiges

… Kohlenvorräte sind aufgebraucht, so dass die Bevölkerung in dem kommenden Winter lediglich auf Holzfeuerung angewiesen ist… der amerikanische Gouverneur Major Tracy … ist nach München versetzt worden, sein Nachfolger ist Major Nitz… Zusammenarbeit mit Tracy muss als außerordentlich gut bezeichnet werden, er hatte reges Interesse an dem gesamten wirtschaftlichen und kulturellen Leben im Kreises."

 

28.06.1946
Gegenwärtiger Stand der Ausländer, Evakuierten und Flüchtlinge:

    Männer Frauen Kinder Summe
Ausländer 1207 1131 389 2727

    Männer Frauen Kinder Summe
Evakuierte Brit. Zone    
  441   729 218 1388
  Franz. Zone      
    194 209 58 417
    russ. Zone      
    512 540 130 1182
    Groß-Berlin      
    573 794 238 1605

 

    aus dem Ausland      
Flüchtlinge 1876 2555 1401 5832
  östlich Oder-Neiße    
    782 1226 544 2552

Gesundheitswesen

"… Durchführung der von der Militärregierung geforderten Reihenuntersuchungen aller Flüchtlinge… Schwierigkeiten, da das Röntgengerät des Krankenhauses Partenkirchen Schaden erlitten hat… Lungenheilstätte Luttensee noch nicht eröffnet werden konnte… Tuberkulose-Erkrankungen bilden immer noch das größte Problem der Gesundheitsführung... auffallende hoher Prozentsatz an Tuberkulose bei den Flüchtlingen…

… Ernährungsproblem… hat jetzt auch in diesem Landkreis Formen angenommen, die wir bisher nicht kannten…. Unterernährung, allgemeine Körperschwäche und Kräfteverfall bei einem sehr hohen Prozentsatz nachweislich vorhanden… anderen Falles die Zuteilung für Normalverbraucher weiter verkürzt werden müsste… Dr. Wiggers Kurheim jetzt Krankenhaus mit 170 Patienten belegt, darunter 50 schwer Tuberkulöse…

… die hiesige Spruchkammer hat am 24. Juni 1946 die ihr zugeteilten Räume im ehem. Kurhaus Garmisch (früheres Haus der Nationalsozialisten) bezogen und ihre Tätigkeit aufgenommen..."

 

27.08.1946
Geschäftslage:

"… der ständige Stellvertreter des Landrates, Regierungsoberinspektor August Haas ist am 23.7.1946 unter dem Verdacht einer Fragebogenfälschung auf Veranlassung der Militärregierung in Haft genommen … Sachbearbeiter für die Besatzungskosten und der Kreisbaumeister nicht mehr im Dienst… der Sachbearbeiter des Jugendamtes auf Veranlassung der Militärregierung entlassen… Landrat hat noch nicht die Bestätigung durch die Militärregierung … Oberinspektor Anton Mayr hat somit allein die Vertretung des Amtes…

Ernährung:

… das Ortsgebiet Garmisch-Partenkirchen zu den Städten über 20000 Einwohner zählt und somit die für solche Städte zugebilligten zusätzlichen Lebensmittelzuteilungen (Frischfisch, Fruchtsaft, Trockenobst) erhält… Milchlieferung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da die Milchablieferung durch die Bauern in einer derartigen Weise zurückgegangen ist (Biersteuer, Erntearbeit, Futtermangel und Disziplinlosigkeit), dass in einzelnen Gemeinden die fehlenden Milchrationen durch Trockenmilchpulver ( auch dieses ist sehr knapp) ausgeglichen werden müssen…

Gesundheitswesen:

… vorgesehen Café Panorama als Säuglingsheim, Kramerhof als Kinderheim, Wiggers Kurheim als Flüchtlingskrankenhaus...

Sonstiges:

… die im Friedhof Mittenwald befindlichen Gräber der Juden, die im Frühjahr 1945 von der SS ermordet worden sind, sollen demnächst in würdiger Form neuerstehen..."

 

August 1946        Ausländer 2819 - Evakuierte 4726 - Flüchtlinge 9475

September 1946  Ausländer 2785 - Evakuierte 4632 - Flüchtlinge 10238

November 1946    Ausländer 2691 - Evakuierte 4492 - Flüchtlinge 10995

 

27.09.1946
Wirtschaftliche Lage

"Geschäftslage: ...für die Kreisbaumeister, den Sachbearbeiter der Besatzungskosten und den Sachbearbeiter des Kreisjugendamtes wurden inzwischen politisch einwandfrei Aushilfskräfte eingestellt…

… die den Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern zustehende Marmelade konnte nicht gegeben werden, da der hierfür erforderliche Zucker aus der russischen Zone bislang nicht eingetroffen ist… Verhandlungen mit dem Länderrat Stuttgart…

... die Spannung zwischen den berechtigen Interessen des Gastgewerbes… und der Dauermieter, welche für ihre Verhältnisse übermäßig hohe Zimmerpreise zahlen müssen verschärft sich zusehends… unbefriedigend, einem einzigen Berufsstand aufzulasten, zwingt der Notstand bei den Flüchtlingen dazu, diese schutzbedürftigen Bevölkerungskreise in erster Linie zu berücksichtigen und den Inhabern der Beherbergungsbetriebe niedrigere Zimmerpreise vorzuschreiben… dass ich in den nächsten Tagen eine Zimmerpreisregelung vorlegen werde, die den Interessen der Flüchtlinge Rechnung trägt. Die Zimmerpreise werden auf ein Maß reduziert werden müssen, das für die Flüchtlinge tragbar ist, das aber andererseits für die Beherbergungsbetriebe auf die Dauer untragbar ist. Diese Regelung ist deshalb nur als Provisorium gedacht."

 

29.10.1946
Entnazifizierung

"Regierungsoberinspektor August Haas ist von dem Mittleren Militärgericht in Augsburg wegen unwahrer Angabe im großen Fragebogen zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden…

… Typhus-Fälle sind nicht mehr aufgetreten, Syphilis und Gonorrhoe-Fälle sind in ungeheurer Zahl vorgekommen… auch bei den Tuberkulosen ist noch ein stetes Ansteigen der neuen Fälle bemerkbar… können wir nicht alle 354 in Heilstätten unterbringen, da war nur für etwa 30 Platz haben."

 

28.11.1946
Lage der Flüchtlinge

"… neuerdings auch die UNRRA aus Mitteln des Kreises mit Milch versorgt werden muss (tägl. Ca. 1100 Liter Vollmilch, 17% des gesamten Milchaufkommens des Kreises…

… Typhus-Epidemie ist praktisch vorüber. Es waren insgesamt 24 Fälle. Todesfälle sind nicht zu beklagen…

Wirtschaft:

Dem Kreisgebiet ist durch die Belegung fast sämtlicher früher gewerblich genutzter Wohnräume mit behördlich eingewiesenen Dauermietern die frühere wirtschaftliche Existenzgrundlage praktisch genommen. Die Missstimmung in der Bevölkerung hierüber ist erheblich. Hierin liegt keine flüchtlingsfeindliche Haltung, sondern ernstliche Sorge um die wirtschaftliche Zukunft…

Sonstiges:

Das Interesse der Bevölkerung an der bevorstehenden Wahl ist bis jetzt schwach. Ein großer Teil der Flüchtlinge hat überhaupt keine Anstrengungen gemacht, die äußeren Voraussetzungen zu erfüllen, um in den Genuss der Wahlberechtigung zu kommen. Die vorbereitende Arbeit der Parteien lässt zu wünschen übrig."

 

22.12.1946
Ernährungslage

" … Hinsichtlich der Kartoffelversorgung…. Lage nicht gebessert… Es sind inzwischen noch 3 Waggons Kartoffeln eingetroffen, von denen die Kartoffeln in einem Waggon sich in völlig erfrorenem und unbrauchbarem Zustand befunden haben… Es macht sich leider immer wieder bemerkbar, dass vom Länderrat in Stuttgart Lebensmittel aufgerufen werden, die praktisch nicht vorhanden sind, zumindest aber nicht in der betreffenden Periode rechtzeitig geliefert werden können…

Gesundheitswesen: … Leider hat sich die Lösung des Krankenhausproblems hier noch nicht verwirklichen lassen…"

 

Wochenberichte:

 

01.05.1946
Anordnung durch die US-Militärregierung

Office of Military Government Detachment G 236 – Richard S. Johnson 1st Lt. Offizier für öffentliche Sicherheit

An Landrat Ga.-Pa.: Sie werden hiermit angewiesen, diesem Büro einen wöchentlichen Bericht, der besonders Haltung und Meinung der deutschen Bevölkerung kennzeichnet, vorzulegen. Der Bericht soll in deutscher Sprache abgefasst sein, wenn möglich mit einer englischen Übersetzung…gez. Johnson

 

18.05.1946
Haltung und Meinung der Bevölkerung
Landrat Hans Ritter an 1st Lt. Richard Johnson, Militärregierung Garmisch-Partenkirchen

"Die Währungsfrage ist ein in den Kreisen der Bevölkerung sehr oft diskutiertes Thema. Eng im Zusammenhang mit der Währungsregulierung steht die Hebung der Produktion. Um die Produktion anzuregen, versteckte Warenvorräte hervorzulocken, Schwarzhandels- und Inflationspreise für nicht kontrollierte Waren zu bekämpfen, wäre die Geldregulierung und Beseitigung des Geldüberhanges eine notwendige Voraussetzung. Grundbedingung für die Geldregulierung ist zunächst, dass die Potsdamer Beschlüsse insoweit durchgeführt werden, dass Deutschland wieder ein einheitliches Wirtschaftsgebiet wird und die die Belebung der Produktion hindernden Zonengrenzen aufgehoben werden. Die weitere Voraussetzung wäre die Bildung einer deutschen Zentralregierung, die wichtige Gebiete, wie besonders die Finanzen, zentral für das gesamte Gebiet zu regeln hätte. Eine Währungsreform lässt sich nicht zonenweise durchführen, sondern nur für das gesamte Gebiet des Deutschland nach dem verlorenen Krieg verbliebenen Raumes. Eine weitere Voraussetzung für eine Währungsstabilisierung ist eine umfassende Ingangsetzung der industriellen Produktion, damit Bedarfsgüter geschaffen werden können. Denn solange die arbeitende Bevölkerung für ein neues oder stabilisiertes Geld keine Waren kaufen kann, ist kein Arbeitsanreiz vorhanden. Wichtig aber für eine gesunde Volkswirtschaft ist, die heute vielfach zu beobachtende Arbeitsunlust radikal zu beseitigen, denn nur so ist an eine Wiedergesundung der deutschen Volkswirtschaft zu denken. Eine Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes muss notwendigerweise zur wirtschaftlichen und politischen Katastrophe führen. Deshalb erwartet die Bevölkerung, dass die Lösung der Geldfrage mit Beschleunigung erfolgt. Dieses Verlangen erhebt besonders die Bauernschaft. Man verlangt von ihr schwerste Arbeit zur Sicherung der Volksernährung, mit Erbitterung aber sehen die landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe und deren Arbeiter auf die teilweise herumlungernden und faulenzenden Mitmenschen…

… Mit den im Kreisgebiet anwesenden Besatzungstruppen bestehen keinerlei Reibungsflächen, das Einvernehmen ist nach wie vor gut."

 

01.06.1946
Wöchentlicher Bericht an den Offizier für öffentliche Sicherheit

"Es mehren sich die Klagen in der Bevölkerung über Überfälle von betrunkenen Soldaten der US-Army, die die Passanten ohne irgendwelchen Grund anfallen und misshandeln. Hauptsächlich betrifft dies die Gegend in der Nähe des „Kainzenfranz" und des „Garmischer Hofs"… Diese Vorgänge beunruhigen die Bevölkerung und beeinträchtigen das Ansehen der Besatzungstruppe…

… Mit wachsendem Missfallen beobachtet die Bevölkerung den Ketten- und Schwarzhandel, der immer größere Ausmaße annimmt. Es wäre dringend erwünscht, wenn hiergegen noch energischer durchgegriffen würde als bisher."

 

07.06.1946
Gerüchte

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung z.Hd. Herrn Biederbeck:

"Das Gerücht, dass es zwischen den Siegermächten noch zu einer Auseinandersetzung kommen muss, will nicht verstummen…

… Die politische Einstellung des überwiegenden Teils der Bevölkerung ist der Christlich-Sozialen-Union zugeneigt."

 

14.06.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung z.Hd. Herrn Biederbeck

:"Das Entnazifizierungsgesetz wird weiterhin als sehr hartes und nie ganz korrekt durchzuführendes Gesetz angesehen. Man ist der Ansicht, dass viele Leute, die mit der Entnazifizierung beauftragt sind, nicht ganz im Bild sind, mit welchen Mitteln die Parteidienststellen arbeiteten, um Mitglieder für die Partei und ihre Gliederungen zu bekommen.

 

21.06.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung z.Hd. Herrn Biederbeck:

"Die demnächst zu erwartende Eröffnung der Tätigkeit der Spruchkammer Garmisch-Partenkirchen zur Denazifizierung beherrscht das Interesse der Öffentlichkeit. Es herrscht allgemein Befriedigung darüber, dass die personelle Zusammensetzung nunmehr gesichert und von der Militärregierung bestätigt ist… Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen hat auf Weisung des Landrats im ehem. Haus der Nationalsozialisten in Garmisch die für die Spruchkammer erforderlichen Räume zur Verfügung gestellt… 23 Schreibtische, 12 Schreibmaschinentische, 76 Stühle erforderlich, deren Beibringung teilweise bei allen Bemühungen noch nicht gesichert ist. Es wird erwogen, für die fehlenden Bestände einstweilen Leihgaben hiesiger Behörden in Anspruch zu nehmen. Vielleicht wird auch an die Leitung der Property Control herangegangen werden müssen mit der Bitte, aus den von ihr verwalteten Beständen etwa noch vorhandene geeignete Möbel freizugeben. Besondere Schwierigkeiten macht die Beschaffung von 8 Schreibmaschinen, welche die Spruchkammer verlangt…

… unerträgliche Zunahme der Jugendlichen-Kriminalität unter den hier zugewanderten Evakuierten… zahlreiche hier ohne feste Unterkunft herumvagabundierenden Jugendlichen … bald in ihre Heimatzonen abgeschoben werden könnten…"

 

27.06.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung:

"Die Spruchkammer… hat ihre Tätigkeit aufgenommen….

… Beunruhigung hat das Gerücht hervorgerufen, dass die Russen ganz Deutschland besetzen würden. Die hiesige Bevölkerung wünscht keinen Wechsel in der Besatzung…"

 

05.07.1946
Rückwanderung von Evakuierten

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung:

"Aus den Kreisen der Evakuierten häufen sich die Vorstellungen um Bewilligung einer Ausnahme bzw. einer Befreiung von der Rückwanderungspflicht…"

 

12.07.1946
Stimmung der Bevölkerung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Das Einvernehmen der Bevölkerung mit der Besatzungstruppe kann nach wie vor als gut bezeichnet werden, nachdem die Überfälle auf Passanten nachgelassen haben, wenn sie auch noch nicht ganz behoben sind."

 

19.07.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Bevölkerung sieht mit größtem Interesse dem Beginn der Spruchkammertätigkeit entgegen. Die Stimmung i n dieser Beziehung kann dahin gekennzeichnet werden, dass ein rascher Ablauf der Denazifizierung gewünscht wird. Auch soweit bei den betroffenen Kreisen eine etwaige harte Maßregel erwartet werden muss, herrscht diese Stimmung vor… Soweit die Spruchkammer etwa härter vorgehen sollte, als im Einzelfall vielleicht nach dem Maß der Schuld erwartet werden wird, muss dies im Interesse einer Beruhigung der Atmosphäre unbedingt in Kauf genommen werden, zumal durch den Verfahrensaufbau nach dem Gesetz vom 5.3.1946 ohne weiteres die Möglichkeit gegeben ist, durch Berufungseinlegung und Anrufen der Gnadeninstanzen Abhilfe zu schaffen. Jedenfalls wird mit Ungeduld erwartet, dass die Spruchtätigkeit anläuft…

…Die Hochschulwoche in Garmisch hat in der Bevölkerung größten Widerhall gefunden. Sie wird als geistige Kundgebung im Sinne eines Wiedererstarkens der kulturellen Aktivität begrüßt …"

 

26.07.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Im internen Gesichtskreis des Landrats als Verwaltungsbehörde herrscht augenblicklich die Sorge für, wie die Personalschwierigkeiten überbrückt werden können, die mit Sicherheit eintreten werden, wenn am 1.8.1946 sämtliche nicht politisch einwandfreien Beamten und Angestellten aus dem Dienst ausscheiden müssen. Im Landratsamt selbst, in der Verwaltung von Garmisch-Partenkirchen und bei sonstigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften des Landkreises wird ein Personalvakuum entstehen, dessen Überbrückung mit Hilfe des Restpersonals allein nicht möglich sein wird. Wenn ich hier diese Feststellung treffe, möchte ich nicht im geringsten ein Interesse daran oder den Wunsch äußern, irgendeine der in Betracht kommenden, wegen ihrer früheren politischen Betätigung oder Haltung belasteten Personen zu rechtfertigen oder zu halten, ich gebe nur der Sorge Ausdruck, dass es für den Augenblick kaum möglich sein wird, Ersatzkräfte zu besorgen. Soweit ich die Dinge überblicke, wären wohl schon bisher die Anstrengungen, die fraglichen Arbeitskräfte im Dienst zu halten, größtenteils unterblieben, wenn geeignete unbelastete Ersatzkräfte zur Verfügung gestanden wären.

Das 50jährige Jubiläum des Vereins für Volkstrachten in Garmisch… ist als bedeutsame Kundgebung zu werten… Es kam am vergangenen Sonntag allenthalben zum Ausdruck, wie froh die Bevölkerung trotz aller Not im Grunde ist, den im 3. Reich auf allen Betätigungen einheimischer Kultur und des religiösen Bekenntnisses liegenden Druck und die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit los zu sein. Insofern war das Jubiläum des Trachtenvereins auch für die politische Volksstimmung ein erfreulicher Maßstab.

Die Verwaltungsbehörden sind mit Anträgen überhäuft auf Genehmigung neu zu gründender geschäftlicher Unternehmungen. Darin kommt hauptsächlich die Anstauung der Geldmengen zum Ausdruck, denen keine Kaufkraft gegenüber steht… kaum damit zu rechnen ist, dass… auf die Dauer eine feste Grundlage haben werden, müssen die Behörden den strengsten Maßstab anlegen bei der Genehmigung neuer Betriebe. Dies führt oft zu Verstimmungen, besonders dann, wenn der Antragsteller eine politische unbelastete Person ist und feststellen kann, dass ehem. Nationalsozialisten noch im Besitz ihrer Geschäfte oder der Gewerbegenehmigung sind, während sie selbst zurückstehen müssen. Es bestehen aber bindende Vorschriften, wonach die Behörden bei Neuzulassungen so zurückhaltend sein müssen wie überhaupt möglich. Andererseits ist nicht zu leugnen, dass die Ausschaltung der Nazis aus dem Wirtschaftsleben bisher nicht radikal genug vorgenommen worden ist. Gez. Anton Mayr"

 

02.08.1946
Zimmerpreise

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Dank der begrüßenswerten Initiative des Herrn Gouverneurs unserer Militärregierung in Angriff genommenes Regelung der Zimmerpreise für Dauermieter in der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen wird auf Seiten der Flüchtlinge einem großen Notstand abhelfen und in den Kreisen des Beherbergungsgewerbes, die teilweise noch eine Einstellung vertreten haben, die den Bedürfnissen der Zeit nicht gerecht wird, Klarheit schaffen… gez. Anton Mayr"

 

09.08.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… merkliche Beunruhigung in breiterer Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der nicht vorangehenden Denazifizierung feststellen. Es liegt mir fern, an dem Wirken der Spruchkammer Garmisch-Partenkirchen die geringste Kritik zu üben. Ich stelle nur fest, dass die neusten Vorgänge auf dem Gebiet der politischen Säuberung, namentlich die Maßregelung einer Münchner Spruchkammer durch den Sonderminister, die vorsichtige Zurückhaltung der Spruchkammer allgemein noch erhöht haben und dass noch nicht einmal die Erledigung der vordringlichsten Fälle abgesehen werden kann… gez. Anton Mayr"

 

17.08.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Bevölkerung ist durch das Aussetzen der Spruchkammertätigkeit bis 21.8.46 etwas beunruhigt. Sie hofft aber, dass nach diesem Zeitpunkt die intensive Bearbeitung aller vorkommenden Fälle einsetzen wird…"

 

23.08.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Spruchkammer Garmisch-Partenkirchen hat mit ihrer heute anberaumten ersten öffentlichen Sitzung ihre Tätigkeit in vollem Umfang aufgenommen. Es ist zu erwarten, dass die Entnazifizierung nunmehr nach Erhalt der grundlegenden Richtlinien beschleunigt und reibungsloser vor sich gehen wird…"

 

30.08.1946
Entnazifizierung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Spruchkammer Garmisch-Partenkirchen hat ihre ersten Urteile gefällt. Aus den Bevölkerungskreisen ist zu hören, dass die Härte der gefällten Urteile und Sühnebescheide durchaus am Platze ist. Um die Entnazifizierung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu beschleunigen, soll, wie ich hörte, auch für hier noch eine zweite Spruchkammer gebildet werden, was sehr wünschenswert wäre…"

Wohnungswesen:

"Die Räumung der Wohnung der ehemaligen Parteimitglieder geht in allen Gemeinden in vollem Umfang weiter. Es mehren sich die Fälle, dass die Betroffenen gegen den Entzug ihres Wohnungsrechtes das Rechtsmittel der Beschwerde zum Landrat ergreifen. Auf Grund der mir gegebenen Weisungen habe ich nach sachlicher Prüfung der vorgebrachten Gründe die eingebrachten Beschwerden schonungslos abgewiesen."

 

20.09.1946
Lokalpolitik

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Das Interesse an der Parteiarbeit ist im allgemeinen schwer unter dem Durchschnitt…"

 

27.09.1946
Lage der Hotellerie

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… Die Folgen der Inanspruchnahme des gewerblichen Mietraumes für Dauervermietungen unter dem Selbstkostenpreis werden für die großen Beherbergungsbetriebe sehr einschneidend sein. Die Hotelgebäude werden sich nicht mehr rentieren, daher als Substanz erheblich abgewertet werden, die Folge wird eine starker Vermögensverlust bei den Beherbergungsbetrieben sein, Konkursfälle werden notwendig werden, Fremdkredite werden nicht mehr verzinst werden können, das Aufkommen der Gewerbesteuer wird sehr stark vermindert usw. … generelle Dauerregelung vom Standpunkt der Staatsverwaltung…"

 

11.10.1946
Bayerische Verfassung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… durch die bevorstehende Verabschiedung der neuen Landesverfassung nimmt das Interesse der Bevölkerung an der politischen Entwicklung mehr zu…

… zahlreiche Personen ohne Aufenthaltsgenehmigung im Landkreis … nunmehr gegen diese Personen ganz energisch vorgehen…"

 

25.10.1946
Gesundheitslage

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… Bevölkerungszahl von 57571 … im Kreis 354 aktive Tuberkulöse … einer von 163 Einwohnern…"

 

01.11.1946
Zimmervermietung

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… Zimmerpreise für Flüchtlinge im Landkreis… dass für Beherbergungsbetriebe die Konzessionen grundsätzlich ruhen sollen, jedenfalls für nicht vollkonzessionierte Betriebe (bis zu 6 Betten)… nur diejenigen Preise verlangt werden dürfen, die für zivile Zimmervermietung üblich sind... bei vollkonzessionierten Betrieben … vorgesehen, dass der Staat Zuschüsse leistet…

… Bildung eines Flüchtlingsausschusses… erstmalig selbstgewählte örtliche Organe… Interessen der Flüchtlinge den Behörden gegenüber korporativ zu vertreten."

 

05.11.1946
Wahlsieg der CSU

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… dass die Militärregierung die Herbeischaffung von Nahrungsmitteln von auswärts durch Bereitstellung und Betankung von Kraftwägen sicherstellt und fördert…

… Bei dem großen Wahlsieg der CSU und der überragenden Bedeutung, die dieser Partei in den nächsten Jahren für Bayern zukommt, erscheint es bedauerlich, dass der Landkreiskandidat der CSU, Georg Benedikt, kein Mandat im Landtag bekommen hat. Umso erfreulicher ist die Wahl des Herrn Georg Schütte, des tatkräftigen Bürgermeisters von Garmisch-Partenkirchen….

… Es wird künftighin nicht mehr möglich sei, den amtsärztlich bestätigten Schwerkranken, den Schwerversehrten und sonst wie besonders wärmebedürftigen Personen wie bisher monatlich 1 Ztr. Kohle zu liefern, da die erforderlichen Brennstoffe absolut nicht beizubringen sind…"

 

08.11.1946
Ernährungslage

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"… Die allgemeine Ernährungslage im Kreisgebiet kann immer noch als ausreichend bezeichnet werden…

Evakuierte und Flüchtlinge 15487, Ausländer und UNRRA-Angehörige 8082..."

 

12.12.1946
Entnazifizierung Schloss Elmau

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Auf Antrag des Bayerischen Staatskommissars für die rassisch, religiös und politisch Verfolgten wurde das Kurhaus „Schloss Elmau" in Klais beschlagnahmt und dem genannten Staatskommissar zur Einrichtung eines Lungensanatoriums zur Verfügung gestellt. Das Heim soll zu je 1/3 mit Patienten aus den Kreisen der politisch Verfolgten, der Flüchtlinge und aus dem Bezirk des Landkreises Garmisch-Partenkirchen belegt werden…"

 

19.12.1946
Lage der Hotellerie

Wöchentlicher Bericht an die Militärregierung

"Die Pressezonenkonferenz vom 12. Bis 14. Dezember 1946 hat bewiesen, wie schwer es unter den heutigen Verhältnissen ist, in Garmisch-Partenkirchen größere Mengen von zivilen Gästen zu beherbergen und zu verpflegen. Die Gäste haben teilweise Klage geführt über die sehr bescheidenen Unterbringungsverhältnisse und über das Niveau der Verpflegung. Eine Heizung konnte nur für das Parterre des Hotels „Sonnenbichl" bewilligt werden, in dem die beiden großen Abendzusammenkünfte der Konferenz stattfanden … Konferenz 1945, die ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen stattfand, war die Gründung des Bayerischen Presseverbandes beschlossen worden, nunmehr hat auch die Gründung des Presseverbandes für die US-Zone hier stattgefunden…

.. ob die hier erscheinende Zeitung „Hochlandbote" auch fernhin in Garmisch-Partenkirchen erscheinen oder ob sie nach Weilheim verlegt werden soll… Druckerei in Weilheim / Lizenzinhaber in Ga.-Pa."

 

Staatsarchiv München – LRA 199452 Garmisch-Partenkirchen – Monatsberichte LRA 1946

 

 

© Alois Schwarzmüller 2015

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