Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger  -  1933-1945

 

 

 

 

Alfred und Frieda Stern

Alfred Stern (*9.1.1885 in Wien, Fabrikdirektor in Schwarzenberg/Sachsen) zog mit seiner Frau Frieda (*6.6.1891 in Metternich, geb. Degenhardt) am 22.1.1928 nach Garmisch, Rießackerstr. 54 (Fl.Nr. 2169, ½ a/b). Sohn Franz Friedrich wurde am 17.07.1923 in Aue (Sachsen) geboren.

Im „Verzeichnis der in Garmisch-Partenkirchen vorhandenen Anwesen jüdischer Besitzer" (17.08.1939) ist vermerkt: „Stern, Alfred, Fabrikdirektor, Rissackerstrasse 54 - Schwarzenberg i. Sachsen, Ernst Juststrasse 48 - Im Haus wohnt der Maurer Georg Messner, der das Haus betreut." Schon am 22.9.1938 hatte die Zollfahndungsstelle Leipzig den Garmisch-Partenkirchner Bürgermeister Scheck über die "vorläufige Sicherungsanordnung, angeordnet über das gesamte Vermögen" der Familie Stern, informiert.

Am 25.11.1939 teilte der Regierungspräsident von Oberbayern dem Notar Dr. Johann Walther, Schwarzenberg i/Erzgb. „Betr. Einsatz des jüdischen Vermögens; hier Schenkung des Grundstücks Hs.-Nr. 54 an der Rießackerstrasse in Garmisch-Partenkirchen durch Alfred Israel Stern in Neuilly a.S. an seinen Sohn Franz Friedrich Stern in Schwarzenberg" mit, dass „der zu Urkunde des Notars Dr. Johann Walther in Schwarzenberg errichtete Schenkungsvertrag vom 25. August 1939 No. 217 hiermit gemäß § 8 der V.0. vom 3.12.38 R.G.Bl. I S. 1709 genehmigt" wurde. „Der grundbuchamtliche Vollzug darf erst erfolgen, wenn nachgewiesen ist, dass aus dem Vertragsgrundstück keinerlei Rückstände an Steuern und Judenabgaben bestehen. Dass auf das Konto des Treuhänders bei der Bayr. Vereinsbank in München No. 208007 sind 713.- RM für Bewachung des Anwesens der Betrag von 661.— RM einbezahlt ist. Für diese Entschliessung wird eine Gebühr von 400.— RM angesetzt, wozu noch ein Zuschlag von 20 % kommt."

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61668, 61665

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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