Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger  -  1933-1945

 

 

 

 

Dr. Milton und Maria Seligmann

Dr. Milton Seligmann (*5.12.1866 in Frankfurt a.M.), Amtsgerichtsrat a.D., und seine Frau Maria (*30.01.1877 in Berlin, geb. Gans) zogen am 22.8.1933 von Frankfurt a.M., Viktoriaallee 12, nach Garmisch, Maximilianstr. 34 (Pl.Nr.1274 a/b).

Das Ehepaar Seligmann hatte vier Kinder: Milton, geb. 18.2.1898, Kapellmeister; Alfred, geb. 19.7.1902, Ingenieur; Hans, geb. 11.4.1899, Bankier; Herwig, geb. 25.02.1909, Student.

Im „Verzeichnis der in Garmisch-Partenkirchen vorhandenen Anwesen jüdischer Besitzer" (17.8.1939) findet sich der Vermerk: „Seligmann, Maria, gab. Gans, Wohnhaus Nr. 34 an der Maximilianstrasse 34 - Verkauft an Heinrich Müller, Nürnberg, Stielerstr. 15." Am 29.5.1940 bezeichnete Heinrich Müller von der Schuco-Spielwarenfabrik Nürnberg den Erwerb des Hauses Seligmann in einem Brief an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen als eine „für meinen Wehrbetrieb sehr wichtige Angelegenheit". Gefallen am Haus Seligmann fand auch der Farchanter W.R.: „An die Kreisleitung der NSDAP - Unterzeichneter hätte Interesse an dem leerstehenden Judenhaus an der Maximilianstr. 34. Bitte mir unverbindlich die Bedingungen mitzuteilen."

Am 13.12.1948 übergab die Gemeindeverwaltung Garmisch-Partenkirchen der US-Militärregierung Garmisch-Partenkirchen die Schlüssel zum Haus Maximilianstraße 34: „Im Jahre 1939 wurden uns von der damaligen Vermögensverwertung München nach den Unruhen gegen ortsansässige Juden für den Besitz der Frau Seligmann 2 Hausschlüssel zu Verwahrung übergeben. Die Schlüssel gehören für das Anwesen Maximilianstrasse 34 in Garmisch-Partenkirchen, das derzeit Herr Gouverneur selbst bewohnt. Wir bitten hiermit höflichst um Entgegennahme der Schlüssel."

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 61668, 61665

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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