Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger  -  1933-1945

 

 

 

 

Dr. Gerhard Ollendorff

Der Berliner Fabrikdirektor Dr. Gerhard Ollendorff wurde am 12. Oktober 1878 in Rawitsch (Regierungsbezirk Posen) geboren. Bis 1932 war er Mitglied des Vorstands der IG Farben. Seit 1932 lebte und wohnte er in Grainau. Das oberbayerische Dorf, ganz nahe bei Garmisch-Partenkirchen, musste er nach dem antijüdischen Pogrom am 10. Oktober 1938 verlassen.

Grainaus Bürgermeister Pentenrieder benachrichtigte das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen einige Wochen später davon, dass "Ollendorf Gerhard Israel" von der "Stapo Halle a.d.Saale, Dreyhauptstr. 2" verhaftet worden war.

 

Die I.G. Farbenindustrie AG, kurz I.G. Farben oder IG Farben, war das seinerzeit größte Chemieunternehmen der Welt mit Sitz in Frankfurt am Main, das am 2. Dezember 1925 aus einer Vielzahl von Chemieunternehmen gebildet wurde.[2] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates die I.G. Farben aufgelöst werden. Der jüdische Vorstandskollege Gerhard Ollendorff wurde aus der Haft befreit - aber selbst denunziert!

 

Aus der Haftzelle der Staatspolizei Halle konnte Ollendorff mit Hilfe einflussreicher und mutiger Freunde, die ihm einen Reisepass besorgten, in die Schweiz entkommen. Von dort aus emigrierte er nach Brasilien.

 

1949 starb Ollendorff in Rio de Janeiro.

 

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 63049, 61668, 61665

 

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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