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Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger - 1933-1945 |
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Jakob und Babette Kohn Jakob und Babette Kohn wohnten in Garmisch-Partenkirchen, Zoeppritzstr. 4 und später Storistr. 9. Jakob Kohn war pensionierter Fabrikdirektor, er wurde am 30.09.1860 in Adelsdorf in Oberfranken. Seine Frau Babette war eine gebürtige Ottenstein.
Am
29.09.1948 teilte Karl Egon Freiherr von Schaetzler (1905-1992) dem
Vorsitzenden der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Paul
Koch, mit, wie er Zeuge der Ereignisse wurde, die am 10. November 1938
in Garmisch-Partenkirchen zur Vertreibung von Jakob und Babette Kohn
geführt hatten: Das Haus des Ehepaars Kohn wurde nach deren Vertreibung von Paul und Karla Scheufele in Pforzheim erworben. Am 14.08.1939 billigte die Regierung von Oberbayern den Grundstückskauf: „Der zu Urkunde des Notars Justizrat Franz Hilz in München vom 4. Februar 1939 No. 357 abgeschlossene Kaufvertrag wird gemäß § 8 der V.0. über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3.12.38 R.G.Bl. I S. 1709 genehmigt unter der Auflage, dass sämtliche Zahlungen aus dem Kaufvertrag ... auf ein für den Verkäufer zu errichtendes Sonderkonto zu leisten sind, über das nur mit Zustimmung des Oberfinanzpräsidenten München (Überwachungsabteilung) sowie des Finanzamtes München Nord verfügt werden darf. Es sind zu zahlen: Auf das Konto No. 208007 des Beauftragten des Gauleiters S.A. Brigadeführers Dziewas bei der Bayr. Vereinsbank in München 752.- R.M., (an das) Finanzamt München Nord Judenabgabe auf St.No. 26/8378 6400.- R.M." Bestätigt wurde dieser Vorgang von Landrat Dr. Wiesend am 29.08.1939 und von Bürgermeister Scheck am 20.09.1939. Die Eintragung im „Verzeichnis der in Garmisch-Partenkirchen vorhandenen Anwesen jüdischer Besitzer" lautet: „Kohn, Jakob, Fabrikdirektor, Wohnhaus Nr. 9 an der Storistrasse - Das Anwesen wurde von Karl Scheufele und dessen Ehefrau Paula, gab. Haecker, Pforzheim, Luisenstr. 54, käuflich erworben... Grundbuch 8.3.1939 Vormerkung zur Sicherung des Anspruchs auf Eigentumsübertragung" Die Eintragung im Adressbuch 1939 lautete: Storistr. 9, Kohn Jakob, Hausbesitzer, "steht in Verkauf". Am 9.12.1948 stellte der Partenkirchner Rechtsanwalt Dr. Karl Roesen Antrag auf Rückerstattung.Jakob Kohn wurde am 10. Juni 1942 von München in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort wurde er am 24. Juli 1942 ermordet.
Quellen: Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 63049, 63212, 61668, 61665, 61664 Bundesarchiv: Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
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© Alois Schwarzmüller 2006 |
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