Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger  -  1933-1945

 

 

 

 

Clara und Else Buttermilch

Clara Buttermilch (geb. Kallmann), geboren am 24.07.1859 in Nakel bei Posen. Heirat am 4. September 1883 mit Hermann Buttermilch (Kaufmann, geb. 3. November 1852 in Lissa, gestorben am 14. November 1919 in Halle an der Saale. Kinder: Arthur, geb. 16. Januar 1887 in Halle a.d.S. und Else, geb. 3. April 1892 in Halle a.d.S.

In Garmisch-Partenkirchen wohnte Clara Buttermilch mit ihrer Tochter Else in der Annastraße 3 im Haus des Architekten Dittmar, Sohn Arthur lebte in Halle a.d.S.

Klara und Else mussten Garmisch-Partenkirchen am 10. November 1938 im Verlauf der Garmisch-Partenkirchner "Judenaktion" innerhalb weniger Stunden verlassen. Zunächst fand sie Aufnahme in der Münchner Kaulbachstraße 33/II. Zwei Tage später wurde ihre Garmisch-Partenkirchner Wohnung durch Polizeiobermeister Volnhals und Hauptwachtmeister Schulz versiegelt. Der Hausbesitzer wurde aufgefordert, „die Ortspolizei sofort zu verständigen", wenn seine Mieter zurückkehren sollten.

Am 15. Oktober 1941 wurde sie in das Internierungslager Clemens-August-Straße 9 verbracht, am 6. Dezember 1941 (16. Kislev 5702) ist sie in München gestorben.

 

Else Buttermilch, Krankenschwester, geboren am 3. April 1892 in Halle a. d. Saale, (Eltern Hermann Buttermilch und Clara Buttermilch). Schule: Neun Jahre Höhere Mädchenschule. Else Buttermilch wurde am 10. November 1938  mit ihrer Mutter und den ca. 40 jüdischen Einwohnern von Garmisch-Partenkirchen vom dortigen Kreisleiter vorgeladen. Alle mussten sich schriftlich verpflichten, den Ort mit dem nächsten Zug zu verlassen und die in ihrem Besitz vorhandenen Grundstücke, Gebäude und Waren an einen "Arier" zu verkaufen. Unter Bewachung wurden sie zum Bahnhof gebracht.

In München wohnte sie mit ihrer Mutter in der Kaulbachstraße 33/II und ab 15. Oktober 1941 im Internierungslager  Clemens-August-Straße 9. Sie wurde am 20. November 1941 von München nach Riga in das Ghetto Kowno (Kaunas) deportiert. Dort wurde sie am 25. November 1941 (5. Kislev 5702) ermordet.

 

Quellen:

Marktarchiv Garmisch-Partenkirchen

Bundesarchiv: Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Stadtarchiv München - Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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