Garmisch-Partenkirchen und seine jüdischen Bürger  -  1933-1945

 

 

 

 

Emilie und Bernhard Bing

Der Rentner Bernhard Bing (*27.7.1867 in Schönfeld / Mittelfranken), zog am 1.4.1934 mit seiner Frau Emilie aus Nürnberg nach Garmisch-Partenkirchen, Schlageterstr. 3 bei Rosa Bader, wo er am 18.12.1936 verstarb.

Die „Rentierswitwe" Emilie Bing, geb. Gerst, wurde am 11.1.1872 in Fürth geboren. Sie lebte nach dem Tod ihres Mannes bis zum 10.11.1938 in der Burgstr. 21 bei der „arischen Hausbesitzerin Maria Liebmann, Fremdenvermietung an Juden" (Notiz des Ordnungsamtes Garmisch-Partenkirchen).

Frau Bing wurde am 10. November 1938 auf Anweisung von NS-Kreisleiter Hausböck aus Garmisch-Partenkirchen vertrieben, ihre Wohnung bei Frau Liebmann zwei Tage nach den antijüdischen Ausschreitungen von der örtlichen Polizei versiegelt. In Berlin fand sie Aufnahme bei Ries, Barbarossastraße 44 und in der Innsbruckerstraße 54/II. Dr. Martin Bing, ihr Sohn (*11.9.1897 in Nürnberg) lebte zu dieser Zeit in Berlin.

Ihr Auswanderungsziel wurde vom Bezirksamt Garmisch mit Peru angegeben, auf der Meldekarte der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen ist dagegen der Vermerk eingetragen: "Seit der Judenaktion (10.11.1938) verzogen. Ist lt. Mitteilung vom 21.7.39 am gleichen Tage nach Australien ausgewandert."

Staatsarchiv München - LRA Garmisch-Partenkirchen 63049

 

© Alois Schwarzmüller 2006

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