Burgrain - der "dritte Ortsteil" von Garmisch-Partenkirchen 1939-1989

 


50 Jahre Sportclub Burgrain
1952-2002

 Eine Jubiläumschronik von Alois Schwarzmüller

Teil V: 1992-2002

 

1992

 „Damen-Quartett des SC Burgrain Spitze“ - die Damen waren es wieder einmal, die auf dem Eis beson­ders glänzten. Die Mannschaft mit Helga Eschelbach, Rosi Krautsieder, Renate Oswald und Gusti Göpfardt siegte beim internationalen Eistock-Damenturnier in Schweinfurt. Beim Kreispokalschießen belegte sie einen hervorragenden 3. Platz. Den Aufstieg in die Landesliga verfehlten die vier Damen nur knapp. Das 12. Gebrüder-Ortner-Gedächtnisschießen endete mit einem Sieg der Moarschaft Wiggerl Ortner, Walter Finkenzeller, Otto Schmidt und Hans Krinninger. „Auf spie­geligem Eis“ wurde der Clubpokal ausgefochten - Peter Kunkel/Manfred Herrenreiter/Franz Jettenberger/Andy Manghofer erreichten Platz 1. Damit hatte Peter Kunkel den SCB-Pokal dreimal gewonnen und damit ein Kunststück vollbracht, das zuvor nur Helmut Hornung geglückt war. Der 1. Platz beim Förderkreis-Schießen ging an die Moarschaft Werner Knoll, Martl Marchner, Fritz Härter und Hans Meier. Das Vereine-Schießen, an dem wieder 22 Moarschaften beteiligt waren, beendete die Eisstocksaison 1991/92. Es siegte die Mannschaft des Golfclubs Garmisch-Par­tenkirchen mit Georg Biehler, Karl Bischoff, Helmut Reinel und Heinz Teitscheid.

Von den Tischtennis-Kreismeisterschaften in Schongau brachten die Spielerinnen und Spieler des SC Burgrain gute Resultaten zurück: Die Damen-A-Klasse wurde beherrscht von Heidi Helfrich und Sabine Jettenberger; Brigitte Grasegger und Andrea Jetten­berger belegten in ihrer Klasse einen guten sechsten Platz, Thomas Frimmer erreichte Rang vier bei den Herren-D. Bei den Senioren lagen die Burgrainer Thomas Grasegger und Dieter Eichhorn auf den Plät­zen 2 und 3. Bei der Clubmeisterschaft 1992 waren „die Helfrichs“ erfolgreich – Heidi wurde Siegerin bei den Damen und Harry eroberte wieder einmal Platz 1 bei den Herren.

Höhepunkt des Vereinsjahres: Drei Tage – vom 22. bis zum 24. Mai - wurde der 40. Geburtstag des SC Burgrain mit Ehrengästen, Mitgliedern und Sportlern gefeiert. Nach einem ökumenischen Gottesdienst, der von den Burgrainer Pfarrern Rudolf Ettenhuber und Joachim Cunradi zelebriert worden war, eröffnete der 1. Vorsitzende Albert Schönauer den Reigen der Feierlichkeiten mit dem Festabend im überfüllten „Rasthaus“. Bürgermeister und Jubiläums-Schirmherr Toni Neidlinger gratulierte im Namen der Marktgemeinde dem SCB, bedankte sich bei allen ehrenamtlich tätigen Vereinsfunktionären und wünschte den sportlich Aktiven weiterhin viele Erfolge. Fünf Gründungsmitglieder waren anwesend und erhielten von Albert Schönauer eine Ehrenurkunde: Liesl Ammer, Emmi Brunnhuber, Alois Rothhammer, Ludwig Kunzmann und Franz Budian. Ein Lichtbildervortrag ließ die wechselvolle Geschichte des Vereins Revue passieren.

Am folgenden Tag kämpften acht Mannschaften am Hausberg beim Asphaltturnier, das vom Team Martin Kiermaier, Erika Grundner, Werner Knoll und Karl Ponitz gewonnen wurde. Die Tischtennisabteilung wartete mit einem spannenden Turnier auf, aus dem bei den Frauen das Damenteam Burgrain I und bei den Herren das Team des TSV Murnau als Sieger hervorging. Am dritten Tag stand neben dem Trimm-Trab ein gemütlicher Frühschoppen auf der Tagesordnung, ehe das Fest mit Spiel und Sport für alle in der Schulturnhalle den Ausklang fand.

Nach dem Jubiläum wurde – im Rahmen der Jahreshauptversammlung 1992 - sehr schnell der alte Wunsch wieder lebendig: Ein eigenes Vereinsheim mit Sportanlage soll so bald wie möglich entstehen. Strittig war vor allem die Frage, ob Tennisplätze gebaut werden sollten und wie die Finanzierung eines solchen Unternehmens gestaltet werden kann. Bei den Wahlen wurde Albert Schönauer als 1. Vorstand bestätigt, desgleichen seine Mitstreiter Franz Jettenberger (2. Vorstand), Hans Meier (Schriftführer) und Helga Schönauer (Schatzmeisterin).

 

1993

Beim Gebrüder-Ortner-Schießen siegte Peter Kunkel mit seiner Moarschaft zum zweiten Mal. Bei der Clubmeisterschaft setzten sich Werner Knoll, Anton Schmalzl, Rudi Schacherbauer und Günter Neuner gegenüber vielen gleichwertigen Teams knapp durch. Beim Turnier des Maibaumvereins Griesen belegten Rosi Krautsieder, Otto und Renate Oswald und Hermine Stauder den 1. Platz. Das Förderkreisschießen endete für die Mannschaft Gusti Göpfard, Otto Schmidt, Fritz Härter und Andy Manghofer erfolgreich. Dass Historiker nicht nur mit Akten und Archiven gut umgehen können, das bewiesen die vier Stockschützen vom „Verein für Geschichte“ bei der Vereinemeisterschaft des SCB: Josef Ostler, Fritz Wiegand, Peter Anzenberger und Rudi Höcher holten sich souverän den 1. Platz. Beim Turnier des Turnvereins Garmisch um die Jubiläumsplaketten anlässlich seines 125. Gründungsfestes im Dezember konnte die Mannschaft des SCB bei 21 Teilnehmern den 8. Rang erreichen.

Die Jugend der Tischtennisabteilung sorgte für spannende Kämpfe. Erstmals gab es eine eigene Mädchenwertung für die vielen Nachwuchsspielerinnen. Siegerin wurde Yvonne Goschala, im Doppel Goschala /Frosch. Bei den Buben wurde Mathias Just klarer Sieger. Auf den Plätzen folgten  Hussein Celik, Serhan Nazli und Bernhard Thiele („Mit ihm ist in Zukunft zu rechnen.“) Beim Nachwuchs siegte Florian Kiml vor Florian Haft. Die Siegerehrung fand in der Pizzeria San Marco statt. Thomas Grasegger zeige sich sehr zuversichtlich: „Tischtennis hat in Burgrain wieder Zukunft“.

Bei der TT-Clubmeisterschaft erfreute die starke Beteiligung der Damen, die Herren waren dagegen nur in geringerer Anzahl angetreten. Clubmeisterin wurde Sabine Jettenberger,  Clubmeister Arnold Hümmer. Am Saisonende stand die Herrenmannschaft mit Hümmer, Grasegger, Eichhorn, Willer, Frimmer und Magor auf dem 5. Platz der 3. Bezirksliga, die 1. Damenmannschaft (Helfrich, Jettenberger, Gaumann und Adler) musste dagegen aus der Landes- leider wieder in die Bezirksliga absteigen. Die Jugend (Just-Brüder, Streidl und Celik) erspielte in der 1. Kreisliga einen achtbaren 3. Platz.

Der AOK-Trimm-Trab fand regen Zuspruch – 70 Teilnehmer konnten gezählt werden. Am Nachmittag folgte das SCB-Sportfest mit allerlei Sportaktivitäten, einem Fahrradturnier und Stelzenlaufen für die Kinder

Bei der Jahreshauptversammlung stand der geplante Bau des Sportplatzes mit Vereinsheim ganz im Mittelpunkt. Das Grundstück an der Loisach war vereinsintern in die Kritik geraten, weil sich im Untergrund ein ehemaliger Müllabladeplatz der US-Streitkräfte verbarg und weil man deshalb Probleme mit der Errichtung des Sportplatzes befürchtete. Vorschläge aus der Versammlung, man solle doch ausweichen auf den Platz der Gemeindegärtnerei zwischen Golfplatz und dem Gut Schwaiganger wurden vom Vorsitzenden Albert Schönauer mit einem „Machtwort“ und dem Hinweis darauf, dass man zunächst einmal ein Gutachten abwarten müsse, zurückgewiesen. Franz Jettenberger, 2. Vorstand seit 15 Jahren,  wurde für seine treuen Dienste in diesem Amt mit einem Zinnteller geehrt.

Im Juli lag dann das Bodengutachten des Geotechnischen Büros Dr. Denzer (Unterammergau) mit dem Untersuchungsbericht über das Sportplatzgelände an der Loisach vor. Es wurde festgestellt, dass vor allem Schlacken und Kohlestaub aus Heizanlagen, „untergeordnet vermutlich auch Müll“, abgelagert worden waren. Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass „ein Teilbodenaustausch ... ein geringes Risiko späterer Verformung der Spielfeldoberfläche“ beinhalte. Und damit waren die Sorgen weitgehend vom Tisch.

 

1994

Das Faschingskranzl des SCB wurde im  „Adria-Grill“ (Gasthaus Burgrain) musikalisch von den „SoundStars“ umrahmt.

Die Eisstockabteilung konnte viele gute Ergebnisse mitteilen: Im Spielbank-Pokal belegte das SCB-Team im Kampf um die begehrte Trophäe mit Otto Schmidt, Walter Finkenzeller, Luis Tremmel und Albert Demmel den 3. Platz. Den Burgrainer Club-Pokal konnten Otto Schmidt, Rudi Seiband, Helmut Schacherbauer und Hans Buhmann mit 22 Punkten und der Note 4,11 für sich entscheiden. Und bei der Clubmeisterschaft des EC Garmisch erreichte Otto Schmidt mit seiner Moarschaft bei 16 Teilnehmern den 4. Rang, Georg Theil wurde 7. und Rudi Seiband 13. Beim „Gebrüder-Ortner-Gedächtnis-Schießen“ zur Erinnerung an alle verstorbenen Eisstockschützen des SCB hießen die Sieger Rudi Seiband, Martin Marchner, Hans Sing und Inge Eichholz. Quasi im Heimspiel erreichte Franz Jettenberger, langjähriger Vorsitzender der Polizeigewerkschaft in Garmisch-Partenkirchen, mit seiner Moarschaft beim 14. Internationalen Turnier der Polizeigewerkschaft den 8. Platz. Beim ersten Radio-Oberland-Eisstockturnier auf dem Eisplatz am Hausberg kamen Walter Finkenzeller, Luis Tremmel, Otto Schmidt und Albert Demmler zum Erfolg. Clubmeister des SCB wurde Heini Reinel mit Gusti Göpfard, Otto Schmidt und Heinz Teitscheid. Beim Loisachtal-Pokal des TSV Farchant kam die Moarschaft des SCB auf Rang 6 bei insgesamt 19 teilnehmenden Mannschaften.

Im Tischtennis gab es folgende Ergebnisse: Am Ende der Punktspielrunde belegten die Damen in der Landesliga einen 7. Platz. Der Abstieg der Jugendmannschaft wurde vor allem auf den Wechsel von Tobias Just zum Herrenteam zurückgeführt. Die Jugend sollte in Zukunft in zwei Mannschaften antreten.  Die Kreismeisterschaft des TT-Nachwuchses wurde in diesem Jahr im Sportzentrum Birkenried bei Peiting ausgetragen. Dabei zeichnete sich bei den Buben das Doppel Teuele/Kiml aus. Sie kamen in der AK II auf den zweiten Platz. Der SCB bot in diesem Jahr erstmals interessierten Kindern und Jugendlichen, die sich noch nicht fest entscheiden wollen, ein Schnuppertraining im Tischtennis an. Hier kann jeder Teilnehmer seine Talente testen und sich dann entscheiden, ob er „im Spiel bleiben“ möchte.

Im Jugendbereich des SCB besserte sich die Situation,  der Nachwuchs strömte wieder in die Halle: 75 Kinder und 22 Jugendliche gaben Zeugnis vom großen Zulauf. Die Weihnachtsfeier wurde ersetzt durch ein Jahresabschlussturnen, bei dem alle Kinder und Jugendlichen ihr Können demonstrieren konnten. Im Rahmen der Aktion „Der fitteste Sportverein“ von AOK, Raiffeisenbank und BLSV stand der SC Burgrain bei 9 Teilnehmern auf Rang 4.

Die Jahreshauptversammlung brachte einige Veränderungen in der Vorstandschaft. Franz Jettenberger, seit vielen Jahren 2. Vorstand, war schon im April aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gremium ausgeschieden. Helga Schönauer zog sich aus ihrem Amt der Schatzmeisterin zurück. An ihre Stelle traten Rudi Bäuerle als 2. Vorstand und Hubert Oswald als Kassier. Der jährliche Vereinsbeitrag wurde ab 1.1.1995 von 36.- auf 48.- DM angehoben.

 

1995

Beim zweiten Radio-Oberland-Eisstockturnier am Hausberg beteiligten sich 24 Moarschaften und die Eisstockschützen des EC Burgrain waren dabei recht erfolgreich mit Platz 3. Den Wanderteller beim Eisstockturnier um den Spielbankpokal sicherte sich ohne Punktverlust die Mannschaft mit Georg Theil, Heinz Teitscheid, Sepp Tremmel und Rainer Ben. Beim fünfzehnten Gebrüder-Ortner-Gedächtnisschießen erreichten Hilde Bergmeister, Erika Dremmel, Karl Eichholz und Georg Biehler den 1. Platz. Das Turnier um den Clubpokal im Eissportzentrum Garmisch-Partenkirchen gewannen Hans Sing, Adolf Wanke, Walter Friedl und Hans Bertl. Die Clubmeisterschaft des SCB  fand in diesem Jahr leider bei strömendem Regen statt. Den Titel sicherten sich Bertl Besenbacher, Rudi Schacherbauer, Rosi Krautsieder und Xaver Böhm.

Ein Blick auf die Abschlusstabellen im Tischtenniskreis 8 zeigte folgendes Bild: Bei den Herren stand der SCB in der 3. Bezirksliga Ammer auf Platz 8, bei den Damen in der Landesliga Südwest ebenfalls auf Platz 8, Burgrain II in der 1. Kreisliga auf Platz 4 und die Jugend in der 1. Kreisliga auf Platz 7. Die Clubmeisterschaft brachte „hochklassiges Tischtennis und äußerst knappe Entscheidungen“. Sabine Jettenberger wurde Meisterin bei den Damen und Arnold Hümmer Meister bei den Herren. Mit Thomas Frimmer wuchs ein neues Talent heran, das sich „in einen wahren Spielrausch steigerte“ und hinter Hümmer Rang 2 belegen konnte. Beim Eckart-Pokal holten sich das Burgrainer Damen-Team II (Hanna Winderl, Conny Liebenow und Christine Hugel) den Titel des Oberbayerischen Pokalmeisters. Ganz freundschaftlich begegneten sich die Burgrainer Tischtennisspielerinnen und –spieler mit den Mitglieder der DJK Rimpar bei Würzburg. Neben spannenden Spielen gab es genügend Zeit zum Besuch der Würzburger Residenz, der Festung Marienberg und der Riemenschneiderkirche in Mariabronn.

Endlich ging es beim seit vielen Jahren geplanten Vereinsheim erkennbar voran. Am 18. Februar 1995 konnte erstmals von den Mitgliedern bei den Rodungsarbeiten auf dem Grundstück an der Loisach tatkräftig angepackt werden. Albert Schönauer, der 1. Vorsitzende des SCB, war selbstverständlich dabei. Leider wurde er während dieser ersten Vorarbeiten von einer schweren Krankheit überfallen, die ihn daran hinderte, die weiteren Arbeiten am neuen Heim zu leiten und zu organisieren. Ja, er musste zunächst sogar für sechs Monate eine Klinik aufsuchen. Und auch im Anschluss daran konnte er, zu seiner großen Enttäuschung, nicht mehr aktiv in das Geschehen um den Bau des Vereinsheimes eingreifen. Sein Lebenswerk als 1. Vorsitzender musste ohne ihn fertiggestellt werden.

Das Richtfest fand in den ersten Oktobertagen in Anwesenheit von Albert Schönauer, Bürgermeister Neidlinger und den Burgrainer Gemeinderäten Teitscheid und Schwarzmüller statt. Rudi Bäuerle, amtierender Vorstand des SCB, bedankte sich ganz herzlich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die den Rohbau weitgehend in Eigenarbeit bewältigt hatten und bei allen weiteren fleißigen und tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

1996

Albert Schönauer, seit 1984 1. Vorsitzender des SCB, musste sich bei der Jahreshauptversammlung am 22. März aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt verabschieden. Er drückte seine Gedanken in einer kleinen Rede so aus: „Durch meine Krankheit ist es mir leider nicht mehr möglich, die Geschicke des Vereins weiterhin zu leiten. Ich habe gerne mit Euch und für Euch gearbeitet. Es war nicht immer leicht. Auch unser großes Ziel, eine eigene Sportstätte, eine Heimat für unseren Verein, schien manchmal unerreichbar. Doch letztendlich war es doch so weit und Ihr könnt demnächst schon das große Ereignis der Einweihung unseres Sportlerheimes feiern, welches dank der vielen unermüdlichen Helfer, an der Spitze Heini Reinel, in dieser kurzen Bauzeit entstanden ist. Ich ziehe mich zurück in Wehmut und reihe mich wieder ein in die große Zahl der Mitglieder. Lasst Euch nicht durch Querelen verunsichern und halt´s z´samm! Nur so bleiben wir eine große Sportlerfamilie mit dem Namen SC Burgrain.“

Im Anschluss an Albert Schönauers Worte wurde Rudi Bäuerle zu seinem Nachfolger als 1. Vorsitzender gewählt. Stellvertreter wurde Georg Theil, Schatzmeisterin Helga Eschelbach und Schriftführer Josef Gais.

Nach zwanzig Monaten Bauzeit unter Mitarbeit von 80 Mitgliedern des Vereins in mehr als 16000 Arbeitsstunden wurde das großartige neue Burgrainer Sportzentrum mit Vereinsheim, Asphaltplatz und Spielplatz eingeweiht. Die Gesamtkosten blieben mit ca. 300000.- DM im Etatansatz, es gab keine Kostenüberschreitungen. Viele Mitglieder und Freunde des Vereins hatten mit Spenden großzügig geholfen. Grund und Boden stellte die Gemeinde zur Verfügung, auch mit Sachleistungen half sie dem Sportverein. Von zahlreichen Firmen und Betrieben aus Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis wurde dieses großartige Gemeinschaftswerk durch günstige Konditionen ermöglicht. Viele Mitglieder des Fischereivereins Burgrain unter Führung seines Vorsitzenden Otto Oswald halfen in selbstloser Weise vom ersten Spatenstich bis zur Einweihungsfeier. Nicht zuletzt waren es aber die Mitglieder des SCB selbst, die mit Tatkraft und guten Werken, mit Geldspenden und mit einer  Brotzeit für hungrige Helfer zum Gelingen des großen Werkes beitrugen.

In dem eingeschossigen Gebäude mit einer Grundfläche von 150 Quadratmetern wird eine Gaststätte betrieben, im Keller gibt es für die Jugendlichen des Vereins Bastel- und Spielräume. Vorsitzender Rudi Bäuerle gab der Hoffnung Ausdruck, dass damit auch viele neue Mitglieder den Weg zum SC Burgrain finden werden.

In den Außenanlagen wurden gepflegte Sportmöglichkeiten geschaffen. Auf vier Bahnen können die Eisstock- und Asphaltschützen ihrem Sport nachgehen. Als nächster Schritt ist geplant, zwei Tennisplätze und eine Allwetter-Tischtennis-Anlage zu errichten.

Der Weihe das neuen Hauses ging bei schönem Wetter auf dem Gelände der neuen Anlage ein Festgottesdienst voraus, zelebriert von Pater Johannes aus Ettal. 400 Gäste – unter ihnen Bürgermeister Neidlinger und viele Gemeinderäte – nahmen an der Feier teil.

Für sein jahrelanges selbstloses Engagement für den SCB und für die Errichtung der neuen Burgrainer Sportanlagen wurde Albert Schönauer – Vorsitzender von 1984 bis 1996 – von Bürgermeister Neidlinger mit der Silbernen Ehrenplakette des Marktes Garmisch-Partenkirchen ausgezeichnet. Rudi Bäuerle, sein Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, ernannte Albert Schönauer im Namen aller Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden des SCB.

 

1997 / 1998

Bei der Kreiseinzelmeisterschaft der Tischtennisvereine in Murnau mit 25 Vereinen und 136 Teilnehmern wurde Hanna Winderl Siegerin bei den Seniorinnen. In der Clubmeisterschaft setzte sich Silvia Gausmann nach einem „Herzschlagfinale“ vor Sabine Jettenberger auf Platz 1. Bei den Herren wurde Josef Willer erstmals Clubmeister. Das 2. SCB-Damenteam mit Hugel, Winderl, Liebenow und Jettenberger entschied am Ende der Saison die Meisterschaft in der Kreisliga I für sich und stieg in die Bezirksliga auf. Weniger gut erging es der ersten Damenmannschaft mit S. Jettenberger, Stadler, Helfrich und Adler, die um den Klassenerhalt bangen mussten. Die 1. Jugendmannschaft (Thiele, Maurer, Ring und Kiml) konnte dagegen in die Bezirksliga aufsteigen. Die Herren hatten eine „schwarze Saison“: Sie mussten aus der Bezirksliga III absteigen, konnten ihr Team aber durch Franz Klöck und Hans Wagner verstärken.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde Rudi Bäuerle in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt. Mit ihm arbeiteten im Vorstand weiter als Stellvertreter Claus Mooshofer, als Kassier Georg Woitich und als Schriftführer Andi Manghofer.

 

1999 / 2000

„Harry Helfrich nicht zu schlagen“ – so titelte das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt bei der Clubmeisterschaft über den Erfolg des ehemaligen Bayernliga-Spielers. Das junge Talent Christian Maurer landete auf dem zweiten Platz. Bei den Damen konnte sich Sabine Jettenberger in spannenden Kämpfen am grünen Tisch durchsetzen. Die Burgrainer Senioren holten sich gleich zwei Titel beim Pokal der Mannschaftsmeisterschaft, die Damen mit Heidi Helfrich und Hanna Winderl, die Herren mit Thomas Grasegger und Franz Klöck. Auch im Eckart-Pokal und im Europa-Pokal triumphierten die Burgrainer Spielerinnen und Spieler.

Die Hoffnungen von Rudi Bäuerle, dass mit der Fertigstellung des neuen Sportzentrums vor allem viele Jugendliche wieder dem Verein beitreten würden, sind voll in Erfüllung gegangen. 128 Kinder und Jugendliche sind beim Tischtennis (Sabine Jettenberger) und im Turnen (Tomas Eschelbach) mit dabei. Überhaupt macht der Nachwuchs von sich reden. Nach dem Motto von Wilhelm Busch „Wer nur noch liest und gar nicht turnt, wird krumm. Wer nur noch turnt und gar nicht liest, wird dumm.“ beteiligen sich die Nachwuchskräfte des SCB an der 1. Jugendmeile in Garmisch-Partenkirchen und stellen sich und ihren Verein der Öffentlichkeit vor. Ein Aufenthalt im Zeltlager Königsdorf festigte die Zusammengehörigkeit der Burgrainer Sportjugend.

Bei den letzten Vorstandswahlen vor dem 50. Gründungsjubiläum des Vereins im Jahr 2000 gaben die Mitglieder erneut Rudi Bäuerle einstimmig das Vertrauen für eine weitere Periode als 1. Vorsitzender. Mit ihm gehören Claus Mooshofer als 2. Vorsitzender, Claudia Eschelbach als Schriftführerin und Andi Manghofer als Kassier dem Gremium an.

 

2001

Die Tischtennisdamen I konnten den Platz zwei in der Bezirksliga erreichen, die Damen II wurden Meister in der 1. Kreisliga. Bei den Herren gab es weniger Anlass zum Optimismus: „Die Vereinsführung wäre zufrieden, wenn alle Teams den Abstieg vermeiden könnten.“ Hanna Winderl übernahm zusammen mit Thomas Eschelbach, Heidi Helfrich, Jürgen Meym, Matthias Strobel, Josef Willer und Thomas Frimmer die Leitung der Tischtennis-Abteilung. Kreispokalsieger wurde das Dreierteam mit Christine Hugel, Hanna Winderl und Conny Liebenow.

Die Jugendleitung berichtete von vier Gruppen. Das Sportfest fand mit guter Beteiligung statt. Thomas Eschelbach hatte mit seiner Gruppe Lichtenwaldhütte besucht und dort ein paar schöne und aufregende Tage verbracht. Die Weihnachtsfeier wurde diesmal ersetzt durch eine Fackelwanderung, die von den Jugendlichen und den Kindern des Vereins sehr gut angenommen wurde. Helga Schönauer sagte ihrer langjährigen Tätigkeit als Vereinsjugendleiterin Lebewohl. Sie muss für ihren Albert sorgen „und außerdem“, so sagt sie, „soll ein Jugendleiter auch kein Grufti sein“.

 

2002

Der SCB feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Er verstand sich von Anfang und versteht sich immer noch als Verein für den Breitensport und damit für die Bedürfnisse der Menschen, die sich von den Mühen der Arbeit erholen, die ihren Körper gesund erhalten und die in froher Gemeinschaft mit anderen Menschen leben und feiern wollen. Nicht zuletzt darf der SCB für sich in Anspruch nehmen, das sportliche Geschehen im Ortsteil Burgrain über fünf Jahrzehnte hinweg entscheidend getragen und geprägt zu haben. Viele schöne sportliche Erfolge konnten gefeiert werden, natürlich blieb der Verein aber auch von manchen Rückschlägen nicht verschont.

Es sind im Laufe dieser fünfzig Jahre immer mehr Mitglieder aus Burgrain und auch aus den anderen Ortsteilen von Garmisch-Partenkirchen geworden, die das Angebot des Vereins zu schätzen wussten  und angenommen haben. Nicht nur auf sportlichem Gebiet wurde ein guter Geist gepflegt. Auch die ehrenamtliche Arbeit in der Vorstandschaft und in den einzelnen Abteilungen des Vereins wurde und wird geprägt  durch den Gedanken der Zusammenarbeit und der Hilfsbereitschaft. Ohne diese Tugenden wäre der Verein nicht 50 Jahre alt geworden. Ohne diesen Gemeinschaftsgeist hätte auch dieses schöne Jubiläumsfest nicht stattfinden können. Dass er nie verloren geht, das wünschen alle Gratulanten.

 

 

 

 

© Alois Schwarzmüller 2005

 

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