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Hermann Hesse über Richard Strauss und die NS-Zeit |
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Hermann Hesse (1877-1962) war der Sohn eines deutsch-baltischen Missionspredigers und einer schweizer Missionarstochter. Seine Eltern haben ihn streng pietistisch erzogen. Die Abkehr vom Pietismus beschreibt er in der frühen autobiographischen Erzählung "Unterm Rad". Nach einer Buchhändlerlehre in Tübingen war er in Basel als Buchhändler und Antiquar tätig. Ab 1904 - nach dem Erfolg seiner Erzählung "Peter Camenzind" - lebte Hesse als freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee, später in Montagnola in der Schweiz, deren Staatsbürger er 1923 wurde. Hesses Werke sind geprägt von der Romantik, stark autobiographisch und beeinmflusst von indischer Mystik. Er malte und zeichnete auch, einige seiner Werke illustrierte er selbst. 1946 erhielt Hermann Hesse den Nobelpreis für Literatur, 1955 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Am 9. August 1962 starb Hesse in Montagnola. Richard Strauss verließ im Oktober 1945, wenige Monate nach dem Ende von Diktatur und Krieg, seine Villa in Garmisch-Partenkirchen und ließ sich in der Schweiz nieder, in Baden bei Zürich. Dort vertonte er 1948 in seinen "Vier letzten Liedern" Hesses Gedichte "Frühling", "September" und "Beim Schlafengehen". Im Mai 1949 kehrte Richard Strauss nach Garmisch-Partenkirchen zurück. Am 8. September 1949 starb er. Am 1. Februar 1946 schrieb Hermann Hesse an den Schweizer Maler und Graphiker Ernst Morgenthaler (1887-1962):
1 Markwalder. Ihnen hat Hesse seinen Kurgast. gewidmet. F.X. Markwalder war Inhaber des Badhotels Verenahof in Baden bei Zürich. Dort unterzog sich Hesse von 1923-1952 alljährlich vor Jahresende einige Wochen einer Kur. 2 H.H. bemühte sich damals vergeblich um die Einreiseerlaubnis für Peter Suhrkamp, der 1945 mit schweren gesundheitlichen Schäden aus dem KZ Sachsenhausen entlassen worden war.
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Aus: Hermann Hesse, Musik. Betrachtungen, Gedichte, Rezensionen und Briefe - Mit einem Essay von Hermann Kasack, Suhrkamp Verlag (Frankfurt 1976), S. 181f
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© Alois Schwarzmüller 2007 |
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